Der Müll soll in die Abfallkübel

KREUZLINGEN. Das Projekt «Kreuzlingen zeigt Stärke» geht in die nächste Runde: Im Zentrum der neuen Kampagne steht das Thema Littering. Den Auftakt am Samstag bildete eine Theatereinlage der besonderen Art.

Annina Flaig
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Abfall auf den Boden werfen und bei Passanten Betroffenheit und Diskussionen auslösen. Das war das Ziel der Theatereinlage zum Thema Littering. (Bild: Nana do Carmo)

Abfall auf den Boden werfen und bei Passanten Betroffenheit und Diskussionen auslösen. Das war das Ziel der Theatereinlage zum Thema Littering. (Bild: Nana do Carmo)

KREUZLINGEN. Tatort ist der Bushof. Ältere Damen werfen Aluminiumdosen und leere PET-Flaschen achtlos auf den Boden. Dabei werden sie von Kindern zurechtgewiesen. Passanten mischen sich ein. Eine Diskussion entsteht. Diese wurde absichtlich provoziert. Das Spontantheater, das an verschiedenen öffentlichen Plätzen in Kreuzlingen aufgeführt wurde, ist Teil der Anti-Littering-Kampagne der Projektgruppe «Kreuzlingen zeigt Stärke», die am Samstag den Medien vorgestellt wurde.

Weniger Gleichgültigkeit

Allein an der Uferanlage trägt die Stadt jedes Jahr 52,4 Kubikmeter Abfall zusammen. Daraus ergeben sich Reinigungskosten von 450 000 Franken. «Das Litteringproblem ist in Kreuzlingen nicht grösser als andernorts», sagt Vizestadtammann David Blatter, der die Projektgruppe leitet. Dennoch investiere die Stadt enorm viel, damit Ordnung herrsche. «Wenn alle mit offenen Augen und weniger Gleichgültigkeit durch die Stadt gehen würden, könnten wir mit weniger Aufwand mehr erreichen.» Ziel der Kampagne ist es deshalb, die Bevölkerung für die Litteringproblematik zu sensibilisieren. Zu diesem Zweck wurden Plakate mit der Aufschrift «Übel: Müll ohne Kübel» in der ganzen Stadt aufgehängt.

Unterstützt wird die Kampagne von Bewohnern der Werk- und Heimstätte Idasonne in Dotnacht. Sie haben am Samstag ihre erste Fätzelaktion im Seeburgpark gestartet, welche sie künftig zweimal wöchentlich durchführen. Dabei tragen sie die gesammelte Abfallmenge in einen Litt-o-Meter ein. Dieser steht beim Grossschifffahrtshaben neben einem Container. Der wiederum versinnbildlicht die Abfallmenge, die dort von der Stadt zusammengetragen wird. Die Verantwortlichen unterstrichen, was das Theater illustrierte: Die Kampagne will nicht die Jugend im speziellen, sondern die ganze Bevölkerung gleichermassen ansprechen.

Projektkosten: 40 000 Franken

Für das diesjährige Litteringprojekt sind 40 000 Franken vorgesehen. Allein 20 000 Franken davon werden für die Anschaffung von weiteren öffentlichen Abfallkübeln aufgewendet. Es werde schwierig werden, den Erfolg der Kampagne zu messen, räumt Ruedi Wolfender ein. Der Leiter der Abteilung Freizeit ist ebenfalls Mitglied der Projektgruppe. «Das Wetter hat einen hohen Einfluss auf die Abfallberge», sagt er. Grundsätzlich sei es aber so, dass es weniger herumliegenden Abfall gebe, je mehr Kübel existierten. Dies zeige sich aktuell beim Burgerfeld, wo man die Anzahl Abfallkübel kürzlich verdoppelte.

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