Der Mensch steht im Mittelpunkt

«MundART» heisst die neue Ausstellung in der Bischofszeller Galerie Freudenhaus. Mit Rita Hüttenmoser, Annelies Rinderknecht und Mario Tischhauser stellen drei Künstler aus.

Claudia Gerrits
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Stellen im «Freudenhaus» aus: Rita Hüttenmoser, Mario Tischhauser und Annelies Rinderknecht. (Bild: Claudia Gerrits)

Stellen im «Freudenhaus» aus: Rita Hüttenmoser, Mario Tischhauser und Annelies Rinderknecht. (Bild: Claudia Gerrits)

BISCHOFSZELL. Rot, weiss, schwarz, türkisfarben, wohlgeformt, gross oder klein sind die Lippen. Sie machen sich auf Sockeln breit, stehen in Rahmen, balancieren auf Drähten, auf einer Wippe. «Wortgefecht», «Balance» oder «Big Mae» nennt Mario Tischhauser, mit Künstlernamen mariopopo, seine Skulpturen. Die Werke des 34jährigen Erlers haben Galeristin Manuela Schwarz auch zum Titel der neuen Ausstellung inspiriert.

Mit Bronze überzogen

«Als Künstler setze ich mich mit dem Menschsein, der Wahrnehmung und der Kommunikation auseinander», erklärt Tischhauser. Seit drei Jahren arbeitet der gelernte Holzbildhauer als Bildhauer. Für seine Werke verwendet er verschiedene Materialien. Fast wie ein Bronzeguss wirken die grossen türkisfarbenen Lippen. Aus Gips hat sie mariopopo geformt, mit einer Bronzeschicht überzogen und diese patiniert. Inspiriert zu diesen Skulpturen haben ihn Werke von surrealistischen oder Pop-Art-Künstlern, aber auch «Mummenschanz».

«Mit meinen Bildern möchte ich ohne Worte etwas sagen und in Bewegung bringen», sagt Rita Hüttenmoser. Meist in mehreren Schichten übermalt, oft in leuchtenden Farben, gestaltet sie ihre abstrakten Bilder. Farben haben für die ausgebildete Farbdesignerin grosse Symbolkraft. Für einige Werke hat die Goldacherin auch Holzresten aus einer Schreinerei verarbeitet. In «Leben in allen Farben» hat sie übereinander angeordnete Holzlatten in Abstufungen des Farbspektrums bemalt. Wie in manchen anderen ihrer Werke sind in den Farbflächen auch Menschen angedeutet, auf einfache Striche reduziert. «In meinen Bildern geht es um das Leben, den Menschen in Beziehung zu sich und den anderen, um Einsamkeit, Zweisamkeit und den persönlichen Freiraum», erläutert Hüttenmoser.

Formen und Farben

Sie liebe das Spiel von Formen und Farben, erklärt Annelies Rinderknecht. Flächen, die sich ineinanderschieben, auseinanderbrechen, zerspringen; Linien, Streifen, da und dort Wörter, Menschenfiguren fügen sich in ihren ungegenständlichen Bildern zusammen. Im Bild «Feuer» ist es eine leuchtend rote Fläche, aus der gleichsam Glut herausspringt.

«Mein Lieblingsbild», verrät Annelies Rinderknecht.

Malen und Gestalten begeisterten sie seit der Kindheit, erzählt die Romanshornerin. Als sie mit 17 Jahren in Italien arbeitete, kaufte sie mit dem ersten Lohn eine Staffelei und Farben. Die Bilder, die sie malte, habe sie nach Hause geschickt. «Als ich zurückkam, waren alle gerahmt.»

Vernissage: Samstag, 10. März, 17.17 Uhr, Galerie Freudenhaus, Marktgasse 12, Bischofszell. Die Ausstellung dauert bis 7. April.