Der Liebling unter den Heiligen

Am Bittgang zu Ehren des heiligen Antonius nahmen am Sonntag Hunderte Gläubige teil. Die Prozession ist der Höhepunkt des Affeltranger Grossanlasses.

Maya Heizmann
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Helfer tragen die geschmückte Holzstatue des heiligen Antonius an der Prozession durch Affeltrangen. (Bild: Maya Heizmann)

Helfer tragen die geschmückte Holzstatue des heiligen Antonius an der Prozession durch Affeltrangen. (Bild: Maya Heizmann)

AFFELTRANGEN. Punkt drei Uhr wird die geschmückte Statue des heiligen Antonius aus dem Festzelt gebracht. Die Musikgesellschaft Affeltrangen führt die Prozession an. Viele Gläubige mit bunten Gladiolen in den Händen säumten die Strassen und nehmen am Rundgang teil. Nach einstündigem Marsch durchs Dorf, kurz vor dem heftigen Gewitter, gelangt die Prozession an ihren Ausgangspunkt zurück, und die Statue nimmt ihren Platz auf dem Podest im Festzelt ein.

Die Holzstatue mit dem Jesuskind in den Armen hatte vor 41 Jahren Giuseppe D'Alelio von einem Bildhauer anfertigen lassen und der kleinen Kapelle in Affeltrangen gespendet. Der heilige Antonius oder Antonius von Padua ist einer der populärsten Heiligen der katholischen Kirche. Ihm werden viele Wunder zugeschrieben, so gilt er bis heute als Helfer beim Wiederfinden von verlorenen Sachen.

Little Italy in Affeltrangen

In Affeltrangen wähnte man sich am Wochenende in Italien. Vorwiegend italienisch sprechende Personen strömten zum Antoniusfest. Bereits am Samstagabend begannen die Festivitäten mit gemütlichem Beisammensein und Tanz.

Am Sonntagmorgen wurde die Statue dann aus der Kapelle geholt und ins Festzelt gebracht. Nach der Messe bildete sich vor der Skulptur eine lange Warteschlange. Gläubige baten mit ihren Gaben und Gebeten den Schutzheiligen um ganz persönliche Hilfe. Die Statue war bald mit vielen Geldscheinen und Schmuckstücken behängt. Der Erlös des zweitägigen Anlasses kommt Bedürftigen zugute.

Rückkehr in die alte Heimat

«Antonio aus Padua ist mein Lieblingsheiliger», sagte Antonietta Bisognano aus Kreuzlingen. Bereits seit 41 Jahren kommt sie zum Fest. Länger pausiert hat Dolores Pino aus Zürich, die in Affeltrangen aufgewachsen ist. «Seit zwanzig Jahren war ich nicht mehr hier», sagt sie. Es sei schön, wieder Bekannte zu treffen.