Der lange Weg zur besten Lösung

Die Verhältnisse im Gemeindehaus sind nicht mehr zeitgemäss. Der Gemeinderat präsentiert drei Vorschläge zur Verbesserung der Situation. Entscheiden werden die Stimmbürger an der nächsten Gemeindeversammlung.

Georg Stelzner
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Variante 1: Erwerb und Sanierung des Gebäudes der Raiffeisenbank an der Bernhauserstrasse in Zihlschlacht. (Bild: Georg Stelzner)

Variante 1: Erwerb und Sanierung des Gebäudes der Raiffeisenbank an der Bernhauserstrasse in Zihlschlacht. (Bild: Georg Stelzner)

Die Weichen waren schon Richtung Sanierung und Umbau des bestehenden Gemeindehauses an der Hauptstrasse 36 in Zihlschlacht gestellt, da brachte die Gemeindeversammlung den Zug zum Stehen. Am 17. Juni 2015 blieb dem Baukredit über 2,1 Mio. Franken die Mehrheit verwehrt.

Vor dem Hintergrund entsprechender Voten von Stimmbürgern beschloss der Gemeinderat daraufhin, ein Neubauprojekt zu lancieren. Das heutige Verwaltungsgebäude sollte abgebrochen und an seiner Stelle ein neues errichtet werden.

Doch erneut kam es zu einer Verzögerung. Die Raiffeisenbank Zihlschlacht-Muolen-Bischofszell kündigte vor einem Jahr ihren Rückzug aus dem Dorf an und brachte ihr Gebäude an der Bernhauserstrasse 5 als künftigen Sitz der Gemeindeverwaltung ins Spiel. Die Meinungen sind seither geteilt: Ein Lager plädiert für den Umzug ins Bankgebäude, das andere bevorzugt einen Neubau am alten Standort. Und auch das Sanierungs- und Umbauprojekt für das alte Gemeindehaus ist nicht vom Tisch.

Umzug ins Bankgebäude ist in der Pole-Position

Der Gemeinderat will nun einen Schlussstrich ziehen und die Angelegenheit zum Abschluss bringen. Er stellt drei Varianten zur Diskussion und lässt darüber noch in diesem Monat an der Gemeindeversammlung abstimmen. Die Stimmbürger haben die Wahl zwischen dem Umzug in die Bankliegenschaft, der Errichtung eines Neubaus sowie der Sanierung und dem Umbau des bestehenden Gemeindehauses.

Der Hauptantrag des Gemeinderates bezieht sich auf die erstgenannte Variante. «Wir gehen davon aus, dass die Lösung mit der Umnutzung des Raiffeisengebäudes in der Bevölkerung die grösste Akzeptanz findet», sagt Gemeindepräsidentin Heidi Grau. Der erforderliche Gesamtkredit für diese Variante beträgt 3,05 Mio. Franken (Erwerb der Liegenschaft: 1,1 Mio. Franken; Sanierung des Gebäudes: 1,95 Mio. Franken). Abzüglich der Auflösung der Vorfinanzierung und des Verkaufs des heutigen Gemeindehauses (je 1 Mio. Franken) würde die Restfinanzierung noch 1,05 Mio. Franken betragen. «Bei dieser Lösung müssten wir nur einmal umziehen», gibt Heidi Grau zu bedenken.

Neubau wäre attraktiv, aber auch teuer

Für einen Neubau an der Hauptstrasse 36 in Zihlschlacht und den Abbruch des bestehenden Gebäudes wäre ein Kredit über 3,29 Mio. Franken zu bewilligen. Die Restfinanzierung würde ungefähr das Doppelte, nämlich 2,29 Mio. Franken, ausmachen, da es hier keine Einkünfte aus einem Liegenschaftenverkauf gäbe.

«Das Projekt fügt sich sehr schön ins historische Ortsbild ein. Es ist faszinierend, aber im Vergleich zu den anderen Varianten auch am teuersten», sagt die Gemeindepräsidentin. Der Neubau verfügte über einen Unterstand, der von Leuten, die auf das Postauto warten, genutzt werden könnte. Ein Vorteil dieser Variante bestünde darin, dass längere Zeit keine Unterhalts- und Sanierungskosten anfallen würden.

Der zweite Alternativantrag des Gemeinderates bringt die schon einmal vorgeschlagene Sanierung und den Umbau des bestehenden Gemeindehauses wieder aufs Tapet. Für die Realisierung wäre ein Baukredit über 2,1 Mio. Franken zu genehmigen. Der Gemeinderat geht hier von einer Restfinanzierung in Höhe von 1,1 Mio. Franken aus.

Beim Abstimmungsprozedere an der Gemeindeversammlung kommt das Stimm- und Wahlrechtsgesetz zur Anwendung. Das bedeutet, dass zunächst die beiden Alternativanträge einander gegenübergestellt werden. In einem nächsten Schritt müssen sich die Stimmbürger dann für den siegreichen Alternativantrag oder für den Hauptantrag des Gemeinderates entscheiden. Am Ende geht es darum, den verbliebenen Antrag zu genehmigen oder abzulehnen.

Gemeindeversammlung: Mittwoch, 23. November, 20 Uhr; Mehrzweckhalle, Zihlschlacht.

Variante 2: Errichtung eines Neubaus am Standort der heutigen Gemeindeverwaltung an der Hauptstrasse in Zihlschlacht. (Bild: PD)

Variante 2: Errichtung eines Neubaus am Standort der heutigen Gemeindeverwaltung an der Hauptstrasse in Zihlschlacht. (Bild: PD)

Variante 3: Sanierung und Umbau des bestehenden Gemeindehauses an der Hauptstrasse in Zihlschlacht. (Bild: Georg Stelzner)

Variante 3: Sanierung und Umbau des bestehenden Gemeindehauses an der Hauptstrasse in Zihlschlacht. (Bild: Georg Stelzner)

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