Der Kultur fehlt noch Geld

ARBON. Bis Ende letzten Monat konnte man für das geplante Arboner Kulturzentrum «Presswerk» Aktien zeichnen. Zu wenige haben sich aber am Paket beteiligt. Insgesamt hat die Aktiengesellschaft erst die Hälfte des Geldes zusammen.

Tanja von Arx
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Rolf Staedler Verwaltungsratspräsident Kulturzentrum Presswerk AG (Bild: Ralph Ribi)

Rolf Staedler Verwaltungsratspräsident Kulturzentrum Presswerk AG (Bild: Ralph Ribi)

Der Seeparksaal ist meist ausgebucht, der Verein «Kultur läbt» mit Veranstaltungen im früheren Saurer WerkZwei schon lange inaktiv und die Kulturbar Xang hat nach vier Jahren ihre Türen für immer geschlossen. In Arbon ist nicht viel los. Das kulturelle Leben im Städtli sei «ausgetrocknet», sagte Tim Hasler von der Kunst- und Kultur-Bar Triebwerk kürzlich.

Zeit für ein neues Kunst- und Kulturzentrum, finden Rolf Staedler, CEO der Awit Consulting AG, und der Summerdays-Eventmanager Cyrill Stadler. Über eine Aktiengesellschaft wollen sie das «Presswerk» im ehemaligen Industriegebäude der Firma Saurer gegenüber dem Bahnhof gründen. Doch bislang fehlt das Geld.

1,5 Millionen müssten's sein

Das Vorhaben ist nämlich nicht ganz billig: Die Kosten belaufen sich auf 5,9 Millionen Franken. 1,5 Millionen wollte die AG durch Aktienzeichnung zusammentragen. Die Frist dafür lief Ende August ab, wie im Konzept vom Mai vorgesehen.

Auf Anfrage sagt Staedler, der die Aktiengesellschaft präsidiert: «Wir haben das Geld noch nicht zusammen.» Er führt das einerseits auf die lange und ruhige Ferienzeit zurück. Andererseits hätte die AG auch unterschiedliche Signale von möglichen Geldgebern erhalten. Vermutlich ist denn ein weiterer Grund, dass die Mindesttranche für ein Aktienpaket sich auf 25 000 Franken beläuft, wie im Konzept zu lesen ist – ein verhältnismässig hoher Betrag.

Immerhin hätte man schon drei Millionen Franken Eigenkapital, rund die Hälfte, wie Staedler betont. Im Budget ist vorgesehen, weitere 1,6 Millionen über Stiftungen und Schenkungen zusammenzutragen. «Das Presswerk ist nicht irgendein Projekt», sagt Staedler. «Es braucht seine Zeit, und wir machen nichts unüberlegt.»

Cyrill Stadler nennt das Projekt «eine Perle». Im über hundert Jahre alten Saurer-Haus soll das ganze kulturelle Leben des Städtli Platz finden. Nicht nur eine Halle für 500 Personen ist geplant, sondern auch ein Restaurant mit auserlesener Küche und ein neuer Standort für die Musikschule. Das Presswerk würde urbanes Leben und industrielle Geschichte vereinen, und das an einem Ort, der für den Verkehr günstig liege, sagt Stadler.

Das Presswerk sei somit eine einmalige Chance für Arbon, sagt VR-Präsident Staedler. Die AG habe in einem ersten Schritt vor, den Kopfbau und die angegliederte Halle Nordwest von der HRS zu kaufen. Dann soll der Kopfbau neu gestaltet und mit Inventar bespielt werden.

Zeichnungsfrist verlängert

Die Zeichnungsfrist für die Aktienbeteiligung hat die Presswerk-AG verlängert. Bis am 31. Oktober könne man sich noch am Paket beteiligen, sagt Staedler. Der Präsident ist optimistisch: «Das bringen wir bis dann schon hin.» Sein Ziel ist, dass bereits im nächsten Herbst die Musikschule ins Haus einziehen kann.

So soll das Kulturzentrum im früheren Saurer-Presswerk aussehen. (Bild: Visualisierung: pd)

So soll das Kulturzentrum im früheren Saurer-Presswerk aussehen. (Bild: Visualisierung: pd)

Einen Vorgeschmack auf neues kulturelles Leben im Presswerk bot das verlegte Schlosshof-Konzert des Sinfonischen Orchesters Arbon. (Bild: Max Eichenberger)

Einen Vorgeschmack auf neues kulturelles Leben im Presswerk bot das verlegte Schlosshof-Konzert des Sinfonischen Orchesters Arbon. (Bild: Max Eichenberger)