Der Kreisel bleibt vorerst

Der Kreuzlinger Stadtrat erachtet die Zeit noch nicht für reif, um den Verkehr am Löwenplatz ohne Kreisel zu führen. Er hat immerhin den Kreisel nur minimal sanieren lassen.

Martin Bänziger
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Noch können die Verkehrsteilnehmer beim Löwenplatz im Kreis fahren. (Bild: edc)

Noch können die Verkehrsteilnehmer beim Löwenplatz im Kreis fahren. (Bild: edc)

Kreuzlingen. Der Kreuzlinger Gemeinderat Walo Abegglen ärgert sich in seiner schriftlichen Anfrage, dass der Platz zwischen dem Einkaufszentrum Ceha und dem Löwenkreisel städtebaulich und verkehrstechnisch nicht zu Ende gedacht worden sei. Die Begegnungszone sei nur ansatzweise vorhanden, weil der Kreisel zu nahe ans Ceha komme. Der SP-Gemeinderat fordert für das südliche Eingangsportal zum Boulevard eine fussgängerfreundlichere Zone. Er fragt die Exekutive, ob sie gewillt sei, eine bessere Lösung zu realisieren.

Der Stadtrat hält in seiner Antwort fest, er habe bei der Neugestaltung der Hauptstrasse verschiedene Konzepte erarbeitet. Dabei sei auch von der Bauverwaltung die Variante favorisiert worden, beim Löwenplatz eine Verkehrsführung ohne Kreisel zu realisieren. Die Hauptstrasse hätte dabei mit einer Linkskurve in die Löwenstrasse geführt. Diese Variante hätte einen grosszügigen Platz vor dem Ceha geschaffen, der die Überschreitung der Baulinien kompensiert hätte.

Veto von Hess und Migros

Auf Anfrage bestätigt Stadtrat Michael Dörflinger, Ceha-Bauherr Hermann Hess und Hauptmieter Migros hätten sich ebenso vehement wie Elektronikpartner Hartmann gegen die Verkehrsführung mit Schliessung der oberen Parkstrasse ausgesprochen. Mit dieser Variante könne das Ceha-Parkhaus nur über die Pestalozzistrasse angefahren werden, was nicht kundenfreundlich sei und so das Einkaufszentrum benachteilige, sei argumentiert worden.

Dörflinger hebt hervor, man habe den Löwenkreisel nur minimal saniert und einige hunderttausend Franken gespart, um eine städtebaulich bessere Lösung im nachhinein erreichen zu können. Dies sei beispielsweise dann der Fall, wenn man einen zweiten Busterminal für vermutlich zwei weitere Regionallinien benötige. Der zweite Busterminal sei gegenüber dem ersten im oberen Teil der Parkstrasse geplant.

Änderung ist Vision

Als «vage Vision» bezeichnet Stadtrat Dörflinger eine geänderte Verkehrsführung im Bereich Dreispitz. Er könne sich vorstellen, das geplante Stadthaus auch im Dreispitzpark zu errichten und es mit einer Tiefgarage zu versehen. Diese könnte dann mit dem Ceha-Parkhaus verbunden werden. Zur Begründung weist er auf den zu grossen Freiraum im Dreispitz- und Festwiesenareal hin.

Es sei sinnvoll, wenn ein Parkgebiet im Zentrum urbanisiert werde, während man das andere als Freifläche aufwerten müsse.

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