«Der Himmel ist in Dir»

Mystik geht über die Wahrnehmung hinaus. Martin Keller, Theologe, sprach über spirituelle Erfahrungen.

Markus Bösch
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Wie lassen sich Spiritualität und Glauben, eigene, religiöse Erfahrungen und kirchliche Traditionen verbinden? Auf Einladung der Hauskreise der evangelischen Kirchgemeinde Romanshorn lud Pfarrer Thomas Bornhauser den religiösen Begleiter, Theologen und Musiker Martin Keller ein. In seinem Referat sprach er zum Thema «Der Himmel ist in Dir» über persönliche, tiefgreifende Erfahrungen des Spirituellen, des Himmels auf der Erde: Mystiker vergangener Jahrhunderte und Menschen der heutigen Zeit wissen davon ein vielfältiges Bild zu zeichnen.

«Je tiefer das Bewusstsein, desto tiefer ist die Wahrnehmung Gottes», hatte Theresa Von Avila im 16. Jahrhundert geschrieben. Und für den Benediktiner Willifries Jäger lassen sich mystische Erfahrungen letztlich nicht in Worte fassen.

Achtsam werden

Martin Keller thematisierte in seinem Vortrag im Speziellen die Merkmale und Formen der Mystik. Diese Erfahrungen gingen über die Sinneswahrnehmungen hinaus, man komme an die Grenzen des Sagbaren.

Wichtig sei, dass sich Gotteserfahrungen sich nicht festlegen liessen, denn «was dem Leben Tiefe gibt, kann überall geschehen. Und Gott, das Geheimnis der Welt, wird vom Mystiker nahe bei sich, in sich gesucht. Und damit wird man auch achtsam auf das, was in der Aussenwelt, in der Realität geschieht.»

Zum Wohl des Lebens

Auch wenn es eine Grundspannung zwischen der Mystik und der Institution sowie dem persönlichen Glauben und der Kirche gebe, solle die Kirche die Menschen ermuntern, spirituell zu wachsen, dass sie sich mit dem Leben verbinden.

So könne die Mystik ein religiöser Erfahrungsweg des 21. Jahrhunderts sein und zum «Salz des Glaubens» werden, so Martin Keller.

Im Anschluss diskutierten die Teilnehmer angeregt über die vorgestellten Thesen und Informationen.

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