Der grosse Stier kommt

AMRISWIL. In wenigen Tagen wird der Stier im Kreisel Alleestrasse Einzug halten. Die Metallskulptur ist eine Reaktion auf die Kritik der Bevölkerung an den ursprünglich vorgesehenen Stelen. Die Kunst auf dem Stier kommt von Walter Dick.

Rita Kohn
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Auf die Kreiselplattform kommt ein Stier. (Bild: pd)

Auf die Kreiselplattform kommt ein Stier. (Bild: pd)

Er wiegt rund drei Tonnen und ist von stattlicher Grösse. Der neue Amriswiler Stier hält bald Einzug. Hergestellt ist er aus Stahl, Alucolor und Alucobond. Der Stier kommt an prominenter Stelle zu stehen: mitten im Kreisel Alleestrasse. Er ist offizieller Nachfolger der drei ISA-Stiere, die vor kurzem ihr Podium verlassen haben und nun auf der Wiese direkt vor dem ISA-Gebäude stehen.

Der Metallstier ist das Ergebnis der Auseinandersetzung, die vor über zwei Jahren um die Kreiselgestaltung entbrannt ist. Vorgesehen gewesen wären Stelen, die alle zwei Jahre von einem anderen Künstler hätten gestaltet werden sollen. Ein Konzept, das der Kulturkommission gefällt und das nun in veränderter Form doch noch umgesetzt wird.

Wünsche ernst genommen

An sich war die Installation mit den Stelen bereits beschlossene Sache, als der Protest der Bürgerinnen und Bürger aufflammte. «Wir haben die Wünsche der Bevölkerung ernst genommen», sagt Stadträtin Madeleine Rickenbach. Deshalb habe man die Sache auch mit dem Künstler Hanswalter Graf besprochen, der den Vorschlag mit den Stelen gemacht hatte. Von ihm kam schliesslich der Vorschlag, die Stelen durch einen stilisierten Stier zu ersetzen.

Die Bereitschaft des Künstlers, von seiner ursprünglichen Idee abzuweichen und stattdessen den Wünschen der Bevölkerung nachzukommen, ist Teil des Konzepts, mit dem er nach Amriswil gekommen ist. Er will hier Kunst mit der Bevölkerung machen.

Zuerst genehmigen lassen

Grafs Vorschlag, die Stelen durch den Stier zu ersetzen und diesen als Plattform für die Bespielung durch einen Künstler zu nutzen, überzeugte die Kulturkommission. Zunächst galt es aber, den Kanton mit ins Boot zu holen. Denn die Kreiselgestaltung muss vom Kanton abgesegnet werden. «Die Bewilligung kam zügig», sagt Joachim Dürig vom Tiefbauamt erfreut.

Nun ist auch die Stahlkonstruktion mehr oder weniger fertig. Sie wird Mitte Juni aufgestellt. Konkret in den beiden Nächten vom 15. auf den 16. Juni und vom 16. auf den 17. Juni. Laut Dürig ist damit zu rechnen, dass die Skulptur nicht nach dem ersten Abend bereits fertig aufgebaut ist. Um die Arbeiten ausführen zu können, muss die Strasse jeweils gesperrt werden. «Der Verkehr wird dann über die Hagenwiler- und St. Gallerstrasse umgeleitet, erklärt Dürig. Es ist dieselbe Umleitung, die auch galt, als die Weinfelderstrasse saniert wurde.

Höhere Kosten

Die Projektänderung hat allerdings ihren Preis. Die Grundkonstruktion kommt auf rund 52 000 Franken zu stehen, die Stelen hätten gegen 35 000 Franken gekostet. Nach den ersten Reaktionen auf das Projekt – der Stier ist mittlerweile zur Montage bereit und löst bei vielen Begeisterung aus – sind Stadträtin Madeleine Rickenbach und der Kulturbeauftragte der Stadt, Andreas Müller, aber sicher, dass sich die Investition lohnt.

Der erste Künstler, der dem Kreiselstier ein Gesicht geben wird, ist der gebürtige Amriswiler Walter Dick, der heute in Frauenfeld lebt und kürzlich den Kulturpreis erhalten hat.

Madeleine Rickenbach Amriswiler Stadträtin Ressort Kultur (Bild: Rita Kohn)

Madeleine Rickenbach Amriswiler Stadträtin Ressort Kultur (Bild: Rita Kohn)

Andreas Müller Kulturbeauftragter der Stadt Amriswil (Bild: Maya Mussilier)

Andreas Müller Kulturbeauftragter der Stadt Amriswil (Bild: Maya Mussilier)