Der freie Raum im Zentrum bleibt

BISCHOFSZELL. Seit Jahresbeginn gehört der Platz im Osten des Bahnhofgebäudes der Stadt Bischofszell. Eine Überbauung ist damit kein Thema mehr. Das Areal behält seinen öffentlichen Charakter und dient weiterhin als Parkplatz für Motorfahrzeuge.

Georg Stelzner
Drucken
Teilen
Für Bischofszell unentbehrlich: Der Platz zwischen dem Bahnhofgebäude und dem Bahnübergang beim Restaurant Eisenbahn. (Bilder: Nana do Carmo)

Für Bischofszell unentbehrlich: Der Platz zwischen dem Bahnhofgebäude und dem Bahnübergang beim Restaurant Eisenbahn. (Bilder: Nana do Carmo)

«Der Platz östlich des Migrolino-Ladens ist für Bischofszell von enormer Bedeutung», sagt Stadtammann Josef Mattle. Die Fläche sei als zentral gelegener Parkplatz und als Gelände für offizielle Empfänge nahezu unverzichtbar. Man habe daher verhindern wollen, dass die SBB das 2233 Quadratmeter grosse Grundstück im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung an den Meistbietenden verkaufen, und der neue Besitzer möglicherweise eine Überbauung realisiert. Gemäss Mattle trennen sich die SBB von Liegenschaften, die für die Entwicklung des Bahnbetriebs nicht notwendig sind. Zu dieser Kategorie habe das «Areal Ost» beim Bahnhof Bischofszell Stadt gehört.

Eineinhalb Jahre verhandelt

Die Verhandlungen mit den SBB erstreckten sich von August 2013 bis Ende 2014. Ein eigentliches Vorkaufsrecht habe die Stadt Bischofszell nicht besessen, erklärt Mattle. «Die SBB haben uns das Areal verkauft, weil wir ein öffentliches Interesse geltend machen konnten.» Das sei auch der Grund gewesen, weshalb die Stadt Bischofszell statt der ortsüblichen 300 bis 400 Franken lediglich 170 Franken pro Quadratmeter habe bezahlen müssen, insgesamt somit 379 610 Franken. Dieser Kaufpreis war insofern kein Problem, als mit der Investitionsrechnung 2014 dafür bereits ein Betrag von einer halben Million Franken bewilligt worden war.

Öffentliche Nutzung

Die SBB hätten den Besitzerwechsel an Bedingungen geknüpft, sagt Mattle. So habe sich Bischofszell verpflichten müssen, die öffentliche Nutzung als Haltestelle für Postautos und Parkplatz für Motorfahrzeuge zu gewährleisten und auf eine Überbauung zu verzichten. Das Areal ist jener Zone zugeteilt, in der Wohn- und Gewerbebauten mit maximal drei Geschossen erlaubt wären. Sollte die Stadt das Gelände doch einmal verkaufen wollen, müsste sie mit den SBB Nachverhandlungen führen und sie am Erlös beteiligen.

Park + Ride wie bisher

Als Knacknuss in den Verhandlungen erwies sich die Park + Ride-Anlage. Diese befindet sich auf dem von der Stadt Bischofszell erworbenen Grund. Laut Mattle haben die SBB vorgeschlagen, diese Parkplätze in Zukunft zwischen Bahnhof- und Postgebäude anzubieten. Dieses Areal haben die SBB aber an die Stadt Bischofszell vermietet, die dort ihrerseits Parkplätze in der Blauen Zone zur Verfügung stellt. «Wir brauchen diese Fläche ebenfalls», betont Mattle.

Die ausgehandelte Lösung des Problems sieht so aus: Die SBB betreiben die Park + Ride-Anlage auf Basis eines separaten Unterhalts- und Betriebsvertrages weiter am bisherigen Standort und überweisen der Stadt Bischofszell vom Reingewinn pro Jahr einen Betrag von 13 000 Franken, den die Stadt Bischofszell wiederum für die Miete des Platzes westlich des Bahnhofgebäudes einsetzen wird.

Das einstige Kioskgebäude beim Kreisel bleibt bestehen. Es soll aber umgebaut werden und künftig als Veloeinstellraum sowie als kleine Wartehalle für die Fahrgäste der Postautos dienen.

Josef Mattle Stadtammann von Bischofszell (Bild: Nana do Carmo / TZ)

Josef Mattle Stadtammann von Bischofszell (Bild: Nana do Carmo / TZ)