Der FCK ist heiratswillig

Der FC Kreuzlingen liebäugelt mit einer Fusion mit dem AS Calcio. Der Verein will an der Generalversammlung vom 22. August von den Mitgliedern wissen, wie sie sich dazu stellen. Der Vorstand steht einstimmig hinter den Plänen.

Martina Eggenberger Lenz
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Der AS Calcio hat 16 Nachwuchsmannschaften, der FC Kreuzlingen nur vier. (Archivbild: Nana Do Carmo)

Der AS Calcio hat 16 Nachwuchsmannschaften, der FC Kreuzlingen nur vier. (Archivbild: Nana Do Carmo)

kreuzlingen. Der FC Kreuzlingen ist in Sachen Fussball das sportliche Aushängeschild. Der AS Calcio punktet mit einer herausragenden Juniorenarbeit. Gemeinsam könnten die beiden Vereine zu noch mehr Stärke gelangen. Bräutigam FCK macht nun den ersten Schritt und signalisiert öffentlich Interesse an der Braut AS Calcio. In der Einladung zur Generalversammlung, die in zwei Wochen stattfindet, ist eine «Grundsatzabstimmung über mögliche Fusion mit AS Calcio» traktandiert.

Beide könnten profitieren

«Es gibt noch keine konkreten Pläne», erklärt FCK-Präsident Daniel Geisselhardt. «Wir wollen von der Generalversammlung lediglich die Kompetenz, allfällige Verhandlungen aufzunehmen.» Der Vorstand sei einstimmig für solche Gespräche.

Das grosse Plus des AS Calcio ist die starke Juniorenarbeit, die geleistet wird: Gut 250 Nachwuchsspieler werden vom Verein in 16 Mannschaften trainiert. Die Nachwuchsarbeit des FCK war hingegen ein Sorgenkind. Die frühere Vereinsführung vernachlässigte diese jahrelang. Die neuen Köpfe erkannten das Problem und reagierten. Heute gibt es immerhin vier Nachwuchsmannschaften und eine Junioren-Gemeinschaft mit dem FC Tägerwilen.

Im Vergleich zum AS Calcio ist das aber immer noch wenig. «Wir haben grössten Respekt vor der Arbeit, die der AS Calcio in diesem Bereich leistet», lobt denn auch der FCK-Präsident. Die Braut könnte laut Geisselhardt von einer Hochzeit gleichwohl profitieren: «Wir sind neben Frauenfeld der einzige Verein im Thurgau, der um den Aufstieg in die erste Liga kämpft.» Ein Plus für beide Seiten wäre auch die gemeinsame Nutzung der Infrastruktur.

FC ist nicht schuldenfrei

Daniel Geisselhardt macht keinen Hehl daraus, dass sein Verein finanzielle Altlasten hat. «Wir haben Schulden, aber wir arbeiten daran, diese zurückzuzahlen.» Die letzten drei Jahresabschlüsse seien positiv gewesen. Vom Darlehen der Stadt von 60 000 Franken – eine Folge des Falls Iten – konnten zwei Drittel zurückgezahlt werden. Die Wurzeln des AS Calcio sind italienisch, die Mitglieder schätzen die familiäre Atmosphäre. Der FCK ist der sportlich ambitionierte Verein. Die Frage ist nun, ob sich die zwei Kulturen zusammenführen lassen. Am 22. August weiss man mehr.

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