Der Favorit bleibt vorne

KREUZLINGEN. Der zweite Wahlgang der Ersatzwahl für ein neues Mitglied der Kreuzlinger Primarschulbehörde bestätigt das Ergebnis vom 18. Mai: Michael Stahl, parteilos, erzielt am meisten Stimmen und wird Nachfolger von Mirko Spada, FDP.

Martina Eggenberger Lenz
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Michael Stahl Neu gewähltes Mitglied der Kreuzlinger Primarschulbehörde. (Bild: pd)

Michael Stahl Neu gewähltes Mitglied der Kreuzlinger Primarschulbehörde. (Bild: pd)

Der neue Mann in der Kreuzlinger Primarschulbehörde heisst Michael Stahl. Der Wissenschaftliche Mitarbeiter und Sekundarlehrer, der im ersten Wahlgang das absolute Mehr um nur 37 Stimmen verpasst hatte, kam auch im gestrigen zweiten Wahlgang auf die meisten Stimmen und ist somit gewählt. 562 Stimmen konnte Stahl für sich verbuchen. Stefan Zbornik, am 18. Mai noch mit dem schlechtesten Ergebnis, kam auf immerhin 409 Stimmen. Der dritte Kandidat, André Burgermeister, erzielte 104 Stimmen.

Die Stimmbeteiligung war gestern mit 14,6 Prozent erwartungsgemäss viel tiefer als vor einem Monat, als es auch um die eidgenössischen Vorlagen ging. Insgesamt gingen 1234 Wahlzettel ein. Leer oder ungültig waren 118.

Geplänkel um FDP-Nähe

Dem zweiten Wahlgang vorausgegangen war eine Diskussion über die Parteilosigkeit der drei Kandidaten. Jost Rüegg von der Freien Liste machte publik, dass FDP-Präsident Patrik Hugelshofer seinen Parteimitgliedern Michael Stahl zur Wahl empfohlen hatte. Rüegg deutete dies als klares Zeichen der FDP-Nähe des parteilosen Kandidaten. Im Zusammenhang mit dem bislang nicht kommunizierten Parteiwechsel des Vizepräsidenten der Behörde, Markus Blättler, von der SVP zur FDP sprach Rüegg von einer drohenden Übermacht der Freisinnigen in der Schulbehörde. Das alles führte dazu, dass die Freie Liste im zweiten Wahlgang offiziell Stefan Zbornik unterstützte.

Zbornik macht viel Boden gut

Im Vergleich zum ersten Wahlgang musste Michael Stahl rund 800 Stimmen einbüssen, Stefan Zbornik nur 250, André Burgermeister 600. Der Wahlsieger betont, dass er bewusst wieder auf Wahlinserate verzichtet und nur Postkarten in Briefkästen verteilt habe. Stefan Zbornik hat für den zweiten Wahlgang einen sichtbar grösseren Aufwand betrieben. «Inwiefern auch das politische Geplänkel einen Einfluss auf das Resultat hatte, kann ich nicht beurteilen», sagt Michael Stahl. Er sei froh über die Wahl und freue sich auf das Amt.

Sie bleiben vorerst parteilos

Stahl sagt, er werde sich nun voll auf die Arbeit in der Behörde konzentrieren und allenfalls zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden, ob er einer Partei beitreten wolle. Er habe nie ein Geheimnis um seine bürgerlich-liberale Grundhaltung gemacht. Aber bislang habe er sich schlicht noch nicht mit Parteipolitik beschäftigt. Gleich tönt es von Stefan Zbornik. Er habe sich sehr über die Unterstützung der Freien Liste gefreut und glaubt auch, dass diese dafür mitverantwortlich war, dass er prozentual gesehen so stark zulegen konnte. «Ein Parteibeitritt ist für mich momentan aber kein Thema.» Zbornik, der sich mit seinem Verein Strahlungsfreies Kreuzlingen in der Stadt einen Namen gemacht hat, bemerkt, dass Parteipolitik offenbar doch eine Rolle spiele – auch wenn man bei Schulwahlen immer betone, dass diese nebensächlich sei.

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