Der Charme der Hafenstadt

Wer künftig nach Romanshorn kommt, könnte – geblendet von der Zollhausbeleuchtung – glauben, er befindet sich in einer Metropole.

Annina Flaig
Drucken

Wer künftig nach Romanshorn kommt, könnte – geblendet von der Zollhausbeleuchtung – glauben, er befindet sich in einer Metropole. In Tat und Wahrheit besteht jedoch die Gefahr, dass die Besucher einen Boulevard entlang schlendern und in der Begegnungszone keinem begegnen oder vor der Hafenbühne auf die Vorstellung der Kleinkünstler warten – so etwa drei Monate lang…

Doch keine Panik: Die Hafenstadt erhält vielleicht schon bald ein neues Hotel! Und am nächsten Morgen wird Romanshorn seinen Charme als Einkaufsstadt offenbaren: Wer sich nämlich fragt, weshalb in einigen Fachgeschäften Stühle herumstehen, der war noch nie in eine echte Diskussion verwickelt. Da sieht man es dann auch mit den Ladenöffnungszeiten nicht mehr so eng. Es gibt sogar einen Laden, dort googelt die Verkäuferin den aktuellen Preis, um ihn gegebenenfalls nach unten zu korrigieren, während man ihr das Nötli schon hinstreckt. «So isch's dr Ornig», sagt sie dann. Die Coiffeuse gibt einem die Haartönung mit nach Hause, wenn sie keine Zeit mehr hat, sie aufzutragen. Der Schuhmacher läuft die halbe Nacht mit den Schuhen seiner Kunden herum, um herauszufinden, woher dieses Quietschen kommt und im Kino, das momentan einen Grossansturm erlebt, findet man zwar keinen Platz mehr, aber man kann getrost sein, dass der Film so lange gezeigt wird, bis auch der Letzte ihn gesehen hat. Es ist schön, wieder hier zu sein!

Aktuelle Nachrichten