Der Austausch wird fortgesetzt

KREUZLINGEN. In den letzten Monaten gab es in den zwei katholischen Pfarreien in Kreuzlingen viel Diskussionsstoff. Vor zwei Wochen fand ein interner Gesprächsabend statt. Bischofsvikar Ruedi Heim und Moderator Tim Büchele gaben nun Auskunft.

Nicole D'orazio
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Ruedi Heim, Bischofsvikar des Bistums Basel, und Tim Büchele, Moderator des Gesprächsabends, informieren die Presse. (Bild: Reto Martin)

Ruedi Heim, Bischofsvikar des Bistums Basel, und Tim Büchele, Moderator des Gesprächsabends, informieren die Presse. (Bild: Reto Martin)

Die Emotionen gingen nach der letzten katholischen Kirchgemeindeversammlung in Kreuzlingen hoch. In der Kritik war vor allem Pfarrer Alois Jehle gestanden. Die Pfarreiräte von St. Ulrich und St. Stefan haben deswegen vor zwei Wochen einen internen Gesprächsabend mit Bischofsvikar Ruedi Heim organisiert. Die Presse war nicht zugelassen. Heim und Tim Büchele, der den Abend moderiert hatte, informierten am Montagabend nun die Medien.

«Der Abend ist auf grosses Interesse gestossen. Es waren rund 150 Leute anwesend. Es wurde lange und ausführlich gesprochen», sagte Büchele. In drei Blöcken habe man die Themen Pastoralraum, Ökumene und Eucharistie behandelt, welche immer wieder für Diskussionen gesorgt hätten. «Es lief so, dass die Anwesenden Fragen stellten und ich sie beantwortet habe», sagte Heim. Alle hätten sagen können, was ihnen auf dem Herzen liege. Es sei sehr geschätzt worden, dass der Anlass intern stattgefunden habe und viele sich so frei äussern konnten.

Pastoralraum noch nicht so weit

Der Pastoralraum Kreuzlingen-Ermatingen sei noch nicht so weit, weil noch einiges geklärt werden müsse. «Wir haben heute in den drei Pfarreien drei leitende Personen. Neu soll eine die Leitung übernehmen», sagte Heim. Dass man mit dem Pastoralraum noch nicht gestartet sei, sei allerdings nicht personenbezogen. Ziel sei, dass man bis im Sommer 2016 so weit ist. Der Prozess bedarf noch einiger Klärung, und es sind noch weitere Gespräche mit Einbezug der Kirchbürger nötig. Ein Pastoralraum müsse von unten her zusammenwachsen und nicht von oben angeordnet werden.

Die Ökumene hat in Kreuzlingen eine lange Tradition, und diese soll weiter gepflegt werden. Es gebe in den Pfarreien das ganze Jahr über viele ökumenische Anlässe, die gut funktionierten, sagte Büchele. «Die Diskussionen haben sich in den letzten zwei Jahren jedoch besonders um den Bettag entzündet», sagte Heim. Von vielen wird bedauert, dass es am Bettag keine gemeinsame Feier der Reformierten und Katholiken mehr gibt. Es käme immer wieder die Frage auf, ob das evangelische Abendmahl und die katholische Eucharistie gleichgesetzt werden können. «Hier handelt es sich aber nicht um die Frage des Kirchenrechtes, sondern um eine theologische.» Er würde das in einem seiner Gottesdienste auch nicht machen, betonte Heim und stützte damit die Haltung von Alois Jehle, der eine gemeinsame Feier mit Eucharistie und Abendmahl ablehnt. Er habe viele Fragen bezüglich der Eucharistie beantworten und klären können, sagte der Bischofsvikar weiter.

Ganze Bandbreite vorhanden

Büchele sagte, dass am Gesprächsabend nicht nur Jehle das Thema gewesen sei. Auch der Pastoralraum bewege die Kirchbürger. «Bei den Voten ist zudem die ganze Bandbreite von Anhängern bis zu Gegnern von Jehle vorgekommen. Viele befinden sich zudem dazwischen.» Er sehe in Kreuzlingen keinen speziellen Handlungsbedarf, sagte Heim. «Ein Bedarf besteht aber.» Deswegen wolle man diesen Austausch in geeigneter Form zeitnah weiterführen. «Ich welcher Form das sein wird, kann ich aber nicht sagen. Aber wir müssen den Weg weiter gehen.»

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