Der August rettet den Sommer

Rund 50 000 Besucher haben sich 2009 im Amriswiler Schwimmbad eine Abkühlung gegönnt. Noch mehr als diese Zahl freut die Verantwortlichen, dass schlimme Unfälle ausgeblieben sind. Ihr Ziel: «Wir wollen ein sicheres Familienbad sein.»

Roger Häni
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Das Amriswiler Schwimmbad wurde diesen Sommer rege genutzt – noch bis Sonntag ist es geöffnet. (Archivbild: Roger Häni)

Das Amriswiler Schwimmbad wurde diesen Sommer rege genutzt – noch bis Sonntag ist es geöffnet. (Archivbild: Roger Häni)

Man würde es ob des unfreundlichen Septemberwetters kaum glauben, aber in Amriswil kann noch immer gebadet werden. Erst am Bettag werden die Tore von Schwimmbad und Minigolfanlage geschlossen. Schon jetzt kann von einer erfreulichen Saison gesprochen werden. Lag das Besuchertotal in den beiden Vorjahren jeweils unter 40 000, so könnte heuer die 50 000er-Marke geknackt werden.

«Mitte Juli glaubten wir noch, es werde die schlechteste Saison seit Jahren», sagt Roger Breu, Präsident der Schwimmbad- und Minigolfgenossenschaft. Doch dann sei der August gekommen – für einmal ein Supermonat für die Amriswiler Badi. Tage mit über tausend Besuchern gab es allerdings schon im rekordverdächtig heissen Mai.

Profitiert hat das Schwimmbad auch von der neuen Amriswiler Schwimmschule, welche sehr viele Kursteilnehmer verzeichnen konnte. «Die Leiterinnen machten das super», sagt Breu, der hofft, dass die Kurse für Kinder auch 2010 wieder angeboten werden, zumal das Schulschwimmen ja nicht mehr obligatorisch sei.

Bademeister im Winter

Die Amriswiler Badi sieht sich als Gegenpol zu den Erlebnisbädern in der Region. «Wir wollen ein sicheres Familienbad sein», sagt Genossenschaft-Vizepräsident Andreas Aebischer.

Roger Breu hält deshalb fest: «Für mich als Präsident ist eine Saison dann gut, wenn sie wie diese ohne nennenswerte Zwischenfälle abläuft.» Auch die üblichen kleineren Reibereien unter Besuchern seien mittlerweile Geschichte und die Anlage sei in einem guten Zustand. Andreas Aebischer sieht in den Schlechtwettermonaten Juni und Juli das Gute, dass sich die Bademeister so mehr der Anlage widmen konnten. Beide attestieren den Bademeistern einen guten Job. Es seien ihnen keine Reklamationen zu Ohren gekommen.

Saisonnier Philipp Buchle zieht es im Winter beruflich wieder in die Berge, Roger Beck, der Neue, wird bis nächsten Frühling in anderen Bereichen der Stadt eingesetzt. «Er ist von der Genossenschaft zu hundert Prozent angestellt», erklärt Breu. Diese schon länger angestrebte Lösung habe den Vorteil, dass der Bademeister im Fall der Fälle auch im Winter in der Badi nach dem Rechten schauen könnte.

Breu: Austritt nach zehn Jahren

A propos Winter: Der Architekturwettbewerb für ein Hallenbad in Amriswil ist im Gange. «Ein Hallenbad wäre eine Riesenaufwertung für die Stadt Amriswil», sagt Roger Breu. Für sich selbst sieht er nach zehn Jahren den Zeitpunkt gekommen, aus dem Vorstand der Schwimmbad- und Minigolfgenossenschaft auszutreten. Er geht aber davon aus, dass ein allfälliges Hallenbad unter der gleichen Trägerschaft wie das Schwimmbad laufen würde.

Für Vizepräsident Andreas Aebischer ist klar, dass die bestehende Genossenschaft dies nicht leisten kann: «Sie ist für uns ja ein Hobby.»

Bahnerneuerung zurückgestellt

Bau eines Hallenbads hin oder her: Die Minigolfanlage, welche an einen anderen Standort ausweichen müsste, wurde vor dieser Saison – wie jedes Jahr – mit Hilfe des Minigolfclubs Amriswil auf Vordermann gebracht. Breu und Co. wollen die Anlage nun nicht verlottern lassen.

Bis auf weiteres zurückgestellt wurde jedoch die einst in Erwägung gezogene Kompletterneuerung einer Bahn.

Die Frequentierung der Minigolfanlage war auch diese Saison eher mässig. Tagsüber lief die Schläger-Abgabe via Kassapersonal des Schwimmbads, ehe der Pächter des Schwimmbad-Restaurants abends den Minigolf-Kiosk öffnete. Sein enttäuschtes Echo: Viele Gäste seien nur zum Spielen gekommen und hätten kaum konsumiert.

Für Andreas Aebischer eine Zwickmühle: Soll dieses Angebot eher ausgebaut oder überhaupt erhalten werden? Sicher ist, dass es bei der Restauration von Schwimmbad/Minigolfanlage zu einem Pächterwechsel kommt. «Wir werden schauen, in welche Richtung wir die Stelle ausschreiben», so Aebischer.

Tritt als Präsident ab: Roger Breu. (Bild: Roger Häni)

Tritt als Präsident ab: Roger Breu. (Bild: Roger Häni)

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