Der Abbruch rückt immer näher

BISCHOFSZELL. Die Offene Jugendarbeit Bischofszell ist seit einem Jahrzehnt in der Liegenschaft Laubegge untergebracht. Spätestens 2015 muss das Gebäude einer Strasse weichen. Die Suche nach einem geeigneten neuen Standort läuft.

Georg Stelzner
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Liegenschaft Laubegge in Bischofszell: Eine Treppe führt zu den Räumlichkeiten der Spielgruppe und des Jugendtreffs.. (Bilder: Georg Stelzner)

Liegenschaft Laubegge in Bischofszell: Eine Treppe führt zu den Räumlichkeiten der Spielgruppe und des Jugendtreffs.. (Bilder: Georg Stelzner)

Die Bautätigkeit im Gebiet Bitzi hat Auswirkungen auf die Liegenschaft Laubegge. In diesem Gebäudekomplex befindet sich unter anderem der Bischofszeller Jugendtreff. Doch nicht mehr lange, wie Ernst Schönenberger, der langjährige frühere Bauverwalter der Stadt Bischofszell, erklärt: «Um den Obertorplatz und die Altstadt von dem zu erwartenden Mehrverkehr zu entlasten, soll eine neue Erschliessungs- beziehungsweise Sammelstrasse entstehen.» Schönenberger zeigt auf einer Planskizze die Problematik: Die künftige Strasse wird exakt dort verlaufen, wo heute noch der «Laubegge» steht.

Schwierige Suche nach Ersatz

Ruedi Forrer, Fachstellenleiter der Offenen Jugendarbeit Bischofszell, sieht diese Entwicklung mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Zum einen hofft er, dass die Jugendlichen und er in Zukunft von besseren Verhältnissen profitieren können; zum andern ist er sich bewusst, dass die Suche nach einem neuen Standort kein leichtes Unterfangen ist.

Da die Neugestaltung des Quartiers in seiner Amtszeit eingeleitet wurde, hilft Schönenberger in beratender Funktion mit, das Problem zu lösen. Er hat dazu ein Mandat des Stadtrates. Zum bevorstehenden Abbruch der Liegenschaft Laubegge, die sich im Besitz der Stadt Bischofszell befindet, meint Schönenberger: «Um dieses Gebäude ist es insofern nicht schade, als es energetisch und baulich ein Fass ohne Boden ist.»

Eigener Raum für Mädchen

Forrer hat sich über die Beschaffenheit des neuen Zuhauses für die Offene Jugendarbeit Bischofszell längst Gedanken gemacht. Als Minimalbedarf nennt er eine Gesamtfläche von rund 240 Quadratmetern, verteilt auf vier bis fünf Zimmer. So werde zum Beispiel ein separater Raum für den Mädchentreff gebraucht. Nach Geschlechtern getrennte Toiletten seien ebenso unverzichtbar. Wünschbar wäre zudem ein Besprechungszimmer. Grossen Wert legt Forrer auch darauf, den Jugendlichen einen schönen, einladenden Treffpunkt bieten zu können. «Die Besucher sollen sich dort wohl fühlen und sich mit dem Haus identifizieren.» Die gute und schnelle Erreichbarkeit sei ebenfalls ein wichtiges Kriterium.

Liste mit acht Objekten

Als profunder Kenner des Bischofszeller Bauwesens hat Ernst Schönenberger nach Liegenschaften Ausschau gehalten, die seiner Meinung nach für die Unterbringung der Fachstelle und des Jugendtreffs in Frage kämen. Er ist fündig geworden und hat eine Liste mit insgesamt acht Objekten erstellt. Vier Gebäude sind Privatbesitz, vier gehören der öffentlichen Hand.

Laut Forrer favorisieren die Jugendlichen das alte EKT-Gebäude an der Amriswilerstrasse in Sitterdorf. Er selber würde eine ebenfalls aufgeführte, aber private Liegenschaft in Bahnhofnähe bevorzugen. Diese befinde sich in der unproblematischen Gewerbe-/Industriezone.

Umsetzung im nächsten Jahr

Mit dem Budget 2014 hat die Gemeindeversammlung letzten November auch 30 000 Franken für die Planung der Verlegung genehmigt. Im Jahr 2015 sieht der Finanzplan der Stadt vor, 75 000 Franken für den Abbruch des «Laubegge» auszugeben und in die Ersatzlösung insgesamt 170 000 Franken zu investieren.

Für Stadträtin Hedy Hotz, Präsidentin der Jugendkommission, ist klar: «Bis Ende dieses Jahres müssen wir wissen, welche Variante zum Zug kommt, denn 2015 steht die Realisierung an.»

Suchen nach einer Lösung: Treffleiter Ruedi Forrer, Stadträtin Hedy Hotz und Ernst Schönenberger, ehemaliger Bauverwalter.

Suchen nach einer Lösung: Treffleiter Ruedi Forrer, Stadträtin Hedy Hotz und Ernst Schönenberger, ehemaliger Bauverwalter.

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