Der 26. Kulturpfad fällt aus

Seit dem Jahr 2000 hat die evangelische Kirchgemeinde zu 25 Kulturpfaden eingeladen. Hans-Jörg Willi führte sie durch und plante jeweils tolle Routen.

Hedy Züger
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Hans-Jörg Willi fesselt Kulturpfad-Teilnehmer. (Bild: Hedy Züger)

Hans-Jörg Willi fesselt Kulturpfad-Teilnehmer. (Bild: Hedy Züger)

ARBON. Wer je an einem Kulturpfad teilgenommen hat, hütet die Erinnerung wie einen Schatz. Meistens trafen sich dabei fast die gleichen Leute, denn etliche evangelische Arbonerinnen und Arboner waren bei Hans-Jörg Willi sozusagen Stammkunden und notierten sich die Termine im Mai und September, sobald sie davon erfuhren.

Aus gesundheitlichen Gründen

So fügten sich bis Mai 2012 insgesamt 25 Kulturpfade zu einer runden Kette. Die nächstfolgenden, die bis ins Detail geplant waren, musste Willi aus gesundheitlichen Gründen absagen. Die Anhänger des Angebotes, das stets kulturelle, geschichtliche, geologische und sprachliche, oft auch religiöse Bezüge aufdeckte, vertrösteten sich auf später. Doch Kirchenpräsident Robert Schwarzer hat diese Hoffnung an der letzten Kirchgemeindeversammlung auf eine kleinere Flamme reduziert.

Lob für die Senioren

Kein Kulturpfad, ob Schweiss treibend oder garstig nass, wurde je verschoben. Willi lobte die Senioren, sie seien sowieso vollzählig am Bahnhof und immer aufgestellt.

Die Wetterprognose liess Knirpse in den Rucksack legen und die Kapuze bereithalten. Aber meistens war es schön – und schön war sowieso jeder der 25 Samstage. Verregnet war doch nur der Gang durch die Rheintaler Reben. In Appenzell wurden die beiden Gruppen durch Stadtführer in die Geheimnisse des Ortes eingeweiht, bei brütender Sommerhitze den schattigen Häuserfronten nach.

In der Klinik Mammern erlebte die Arboner Gruppe den Park und die Hauskapelle, die nie geheizt wird, mit einer Vertreterin der Besitzerfamilie Fleisch. «Mir bleibt der Kulturpfad zum Kloster Tänikon in bester Erinnerung», sagt Walter Kaiser, einer der treusten Kulturpfader. Anderen bedeuteten die Erlebnisse in Ermatingen recht viel.

Hügel der Hochzeiter

Vielleicht sei der Hügel Wertbühl, in keltischer Zeit ein Kult- und Opferplatz, schon anderweitig besetzt, deutete Hans-Jörg Willi an, als man sich ihm von Mettlen her zu Fuss näherte. Tatsächlich war die Kapelle mit Rosen geschmückt, ein Brautpaar mit Gefolge, nicht die Delegierten aus Arbon, wurde erwartet. Doch in Bürglen gab es für diese den frischen, süssen Nussgipfel. Der fehlte auf keinem Kulturpfad, ebenso wenig wie der Imbiss auf dem Heimweg. Oft wurde dieser auf dem Wasserweg zurückgelegt. Transportmittel waren stets Bus, Fuss, Zug und Schiff.

Das Dankeschön

Kein nennenswerter Thurgauer Ort, der nicht auf Willis Plänen, abgehakten oder zukünftigen, erwähnt wurde. Altnau, Ottoberg und Altenrhein wollte er als nächste Ziele anpeilen. Die Teilnehmer sagen danke. Sie freuen sich auf gute Nachrichten – für den Leiter der Kulturpfade und seine Pläne in der Schublade.