Denkmal- Denkzettel

Der Chretzer ist nicht mehr der Jüngste. Er schreibt sich Listen, um beim Einkauf nichts zu vergessen, und vergisst dann die Liste zu Hause auf dem Küchentisch.

Chretzer
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Der Chretzer ist nicht mehr der Jüngste. Er schreibt sich Listen, um beim Einkauf nichts zu vergessen, und vergisst dann die Liste zu Hause auf dem Küchentisch. Und beim Anblick von Kunst im öffentlichen Raum ist er verloren ohne Zeitungsartikel, die ihm erklären, welche Assoziationen er haben sollte. Anders ist es nur bei dem Werk, das am «Europäischen Tag des Denkmals» in Kreuzlingen im Mittelpunkt stand. Der Seeburgpark wurde mit Wein- und Schinken-Degustationen präsentiert – sympathischer kann man ein Denkmal nicht machen.

«Denk mal an die Entstehungszeit unseres Juwels zurück», sagt er der Chretzerin. «Nicht nur bis zur glücklichen Abstimmung über den Landkauf vor 58 Jahren, sondern bis ins 17. Jahrhundert, als die Seeburg nur den Äbten des Klosters vorbehalten war. Unser heutiges Seemuseum war ihr Getreidelager. Die hatten es schon gut, die Reichen und Mächtigen im Barock!» Umso grösser die Genugtuung des Chretzers, dass diese Bauten nun der Stadt und damit auch ihm gehören. Weh dem Vandalen, der sich an seinem Eigentum vergreift!