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Den Zugang zur Thur verbessern

Diese Woche wurde an der Thur zwischen Weinfelden und Bürglen der Boden untersucht. Vorbereitet wird ein Grossprojekt zur Renaturierung und zum Hochwasserschutz an diesem Flussabschnitt.
Urs Brüschweiler
Blick ins Erdreich: Bagger reissen vier Meter tiefe Löcher in den Boden. (Bild: Susann Basler)

Blick ins Erdreich: Bagger reissen vier Meter tiefe Löcher in den Boden. (Bild: Susann Basler)

bürglen. 18 Schlitze gruben die Bagger anfangs Woche entlang dem Flussufer zwischen der Thurbrücke bei Istighofen und dem Thurbad in Weinfelden ins Erdreich. Die rund 4 Meter tiefen Löcher dienten der Untersuchung des Baugrunds, erklärt Toni Raschle von der Firma Meier und Partner. Er ist Projektkoordinator im Auftrag des kantonalen Amtes für Umwelt.

Geologen nahmen die unterirdischen Schichten in Augenschein, danach wurden die Löcher wieder zugeschüttet. Die Überprüfung und Klassifizierung der Qualität und der Beschaffenheit des Bodens sei nötig für die Materialbewirtschaftung, denn es würden schliesslich riesige Mengen an Erde bewegt.

Win-win-Situation

Das Vorland des Thurabschnitts soll auf das Niveau des Flusses abgesenkt werden. Der Fachmann spricht hierbei von einer Verbreiterung des Mittelgerinnes.

Bezweckt wird damit ein tieferer Wasserspiegel und dadurch ein wesentlich verbesserter Hochwasserschutz. «Der Fluss erhält dadurch ein neues Regime und eine andere Dynamik», so Raschle. Die Thur habe in dem breiteren Bett mehr Platz und könne sich so einen eigenen Weg suchen. Verknüpft damit sei auch eine ökologische Aufwertung der Flusslandschaft. Alte Nebenläufe würden wieder ausgebaggert und der Auenwald Grubenau erweitert.

Von einer Win-win-Situation spricht auch Marco Baumann, Leiter der Abteilung Wasserwirtschaft/Wasserbau beim kantonalen Amt für Umwelt. Die Renaturierung erlaube auch einen besseren Zugang zur Thur als Naherholungsgebiet.

Rund 35 Millionen werde das gesamte Projekt wohl kosten, sagt Baumann. Vom Bund könnten zwischen 35 und 45 Prozent der Mittel beigesteuert werden.

Bis Ende Jahr soll das definitive Bauprojekt ausgearbeitet sein, 2010 werde dann die Genehmigungsphase bei Kanton und Bund sein. Das Ziel sei, am 1. Januar 2011 den Spatenstich auszuführen. Der Wasserbau werde dann rund drei Jahre in Anspruch nehmen, die Waldarbeiten etwa deren acht.

Der Abschnitt zwischen Weinfelden und Bürglen ist nur ein Teil der sogenannten 2. Thurgauer Thurkorrektion.

Unterhalb Frauenfeld und in Kradolf-Schönenberg sind ähnliche Projekte wie zwischen Weinfelden und Bürglen bereits realisiert. Der Abschnitt zwischen Weinfelden und Frauenfeld komme danach an die Reihe.

Enormes Schadenspotenzial

Die erste Thurkorrektion habe vor über 100 Jahren stattgefunden, die alten Dämme seien in die Jahre gekommen, erklärt Baumann. Bei einem Extremereignis bestehe im Kanton ein Schadenspotenzial von 600 bis 700 Millionen Franken.

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