Den Groppen in Ermatingen droht eine Identitätskrise

Die Groppenfasnacht war heuer nicht die letzte der Welt. Medienchef Urs Helfenberger ist verdutzt.

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Urs Helfenberger Medienchef Groppenkomitee Ermatingen (Bild: pd)

Urs Helfenberger Medienchef Groppenkomitee Ermatingen (Bild: pd)

Herr Helfenberger, die TZ hat herausgefunden, dass die Fasnacht in Murten offenbar länger dauert als diejenige in Ermatingen.

Urs Helfenberger: Was? Das wäre eine Katastrophe. Wir beanspruchen den Titel «Letzte Fasnacht der Welt» schon seit 600 Jahren.

Dieses Jahr traf das offenbar nicht zu. In Murten hat man gestern noch gefeiert, während in Ermatingen die Konfetti bereits wieder aufgewischt worden sind.

Helfenberger: Tatsächlich. Ich habe mir gerade die Website der Murtener angeschaut. Mit denen müssen wir ein ernstes Wörtchen reden – und mit der Thurgauer Zeitung auch. Wenn Sie wüssten, was Sie da lostreten…

Was denn?

Helfenberger: Wir sind stolz darauf, die letzten der Welt zu sein, die ihre Fasnacht feiern. Wenn jetzt rauskommt, dass das nicht mehr stimmt, wäre das eine Schmach. Ich werde das Thema für unsere Vorstandssitzung traktandieren.

Wieso feiern die Ermatinger überhaupt so spät?

Helfenberger: Wegen eines Papstes, der zu Konzilszeiten Obdach bei unserem Pfarrer fand. Als Dank für die Gastfreundschaft mit feinen Groppen hat er uns erlaubt, die Fasnacht drei Wochen vor Ostern – mitten in der Fastenzeit – zu feiern. (afl)