Den Chef braucht's nicht mehr

Matthias Mölleney referierte vor dem Amriswiler Gewerbeverein in Hagenwil. Der letzte Personalchef der Swissair wartete mit brisanten Prognosen auf.

Manuel Nagel
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Matthias Mölleney polarisierte mit seinen Ausführungen. (Bild: Manuel Nagel)

Matthias Mölleney polarisierte mit seinen Ausführungen. (Bild: Manuel Nagel)

HAGENWIL. «Schön, dass Ihr trotz Jahrmarkt den Weg hierher gefunden habt», begrüsste Christoph Roth über 50 Mitglieder des Gewerbevereins, welche den Businesslunch im Schloss Hagenwil einer Bratwurst oder einem Hamburger im Zentrum der Stadt vorzogen. Immerhin mussten die Gewerbler nicht ganz auf die Wurst verzichten, denn die Schweinsroulade wurde mit einer Salsicciafüllung serviert.

Eloquent und mit Esprit

Nach dem feinen Mittagessen dürfte der anschliessende Vortrag der einen Dame oder dem anderen Herrn nicht ganz so geschmeckt haben wie die Kartoffel-Lauchcrèmesuppe oder die Bärlauchchnöpfli.

Das hatte jedoch nichts damit zu tun, wie Referent Matthias Mölleney seine Ausführungen präsentierte – der letzte Personalchef der Swissair war eloquent und erntete Lacher –, sondern was er prognostizierte.

Hinterfragen der Chefposition

«Was ist der Mehrwert eines Vorgesetzten?», fragte Mölleney in die Runde voller Vorgesetzter. Nur Sekunden zuvor erzählte er von einer europäischen Konferenz, an der ein Teilnehmer aus Estland meinte: «Warum sollte ich einen Vorgesetzten fragen, wenn ich auch jemanden fragen kann, der die Antwort weiss?»

Erfolgreich ohne Vorgesetzten

In der künftigen Arbeitswelt werde es andere Regeln geben, zeigte sich Mölleney überzeugt und führte erfolgreiche Firmen als Beispiele an, welche schon heute demokratisch geführt werden. Strukturen wie Organigramme und Vorgesetzte seien auf dem absteigenden Ast.