Dem Seidenschal stinkt's

Der Herbstjahrmarkt in Amriswil findet Gefallen. Während das Publikum das Markttreiben geniesst, ist nicht jeder Standbetreiber glücklich über seine Nachbarschaft.

Rita Kohn
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Die Marroni-Brater gehören fest zum Herbstjahrmarkt.

Die Marroni-Brater gehören fest zum Herbstjahrmarkt.

AMRISWIL. Schulter an Schulter schieben sich die Menschen durch die von Jahrmarktständen gesäumte Bahnhofstrasse. Es ist nicht nur das schöne Wetter, das dazu verlockt hat, nach Amriswil zu kommen. Der Herbstjahrmarkt gehört zu jenen Ereignissen, die sich kaum einer entgehen lassen muss – auch wenn die Zahl der Stände in den letzten Jahren sichtbar abgenommen hat. Das Publikum lässt sich davon nicht beirren. Denn geblieben ist der breite Querschnitt des Angebots.

Gutgelaunt lassen sich die Menschen durch das Gewimmel treiben, bleiben da und dort stehen, schnuppern an Gewürzen, kosten Käse oder leisten sich einen Schwatz mit dem Verkäufer von Schuhpflegemitteln, der emsig die Lederschuhe wienert.

Nicht alle aber geniessen den sonnigen Tag. Da und dort gibt es kleine Scharmützel zwischen benachbarten Standbetreibern. So ordnet eine Ausstellerin mit grimmigem Gesicht ihre Seidenschals und die Schmuckarmbänder, um sich gleich darauf schubsend und schimpfend zwischen ein paar Marktbesuchern durchzudrängen, die neben ihrem Stand stehen. Grund für ihren Ärger ist der benachbarte Hähnchen-Grill, bei dem sich zur Mittagszeit lange Schlangen gebildet haben. «Das stinkt mir alles voll», schimpft die Seidenschal-Anbieterin und scheucht dann mit energischer Miene die Wartenden weg. Die Betroffenen nehmen es gelassen, sie lassen sich die gute Stimmung nicht vergällen. Aber einen Blick auf die sorgsam drapierten Seidenschals werfen mögen sich auch nicht mehr.

Der kleine Karussell-Fahrer ist von den Farben fasziniert.

Der kleine Karussell-Fahrer ist von den Farben fasziniert.

Hugo Käppeli hat die Farben des Herbsts eingefangen.

Hugo Käppeli hat die Farben des Herbsts eingefangen.

«Mami lueg, das wött i», ist ein oft gehörter Satz am Jahrmarkt.

«Mami lueg, das wött i», ist ein oft gehörter Satz am Jahrmarkt.

«Darf's eine Kostprobe sein», fragt der Käseverkäufer.

«Darf's eine Kostprobe sein», fragt der Käseverkäufer.

Faszination pur: Der Sternenballon als Jahrmarktsbeute. (Bilder: Rita Kohn)

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