Dem Patrick macht Kälte nichts aus

Das Wetter hätte mieser kaum sein können, doch das machte anscheinend keinem etwas aus. Am 8. Wintertreffen der Fahrzeughistorik Tägerwilen vom Samstag waren die wahren Freunde der Oldie-Traktoren anwesend.

Lukas Gerzner
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Im Tägermoos können die Oldtimer-Traktoren zeigen, wie sie beim Pflügen von tiefem Gelände zurechtkommen. (Bild: Donato Caspari)

Im Tägermoos können die Oldtimer-Traktoren zeigen, wie sie beim Pflügen von tiefem Gelände zurechtkommen. (Bild: Donato Caspari)

TÄGERWILEN. Bei null Grad und Pflutschschnee waren im Tägermoos auf dem Areal des Restaurants Kuhhorn rund zwanzig Traktoren und weitere zehn Einachser zum diesjährigen Thema «Ackerbearbeitung» in Aktion zu sehen. «Im Winter ist am wenigsten los», deshalb sei ein Traktoren-Treff in dieser Jahreszeit ein besonderer Anziehungspunkt, sagt Werner Müller von der Fahrzeughistorik Tägerwilen.

Tatsächlich waren rund hundert Traktorfans aufgetaucht. Etwa Patrick Scherrer. Der Toggenburger war mit seinem unbedachten Traktor von Bütschwil nach Tägerwilen gekommen und hatte dafür bei eisiger Kälte rund zwei Stunden gebraucht. «Meine Füsse spüre ich nicht mehr», sagt der Teenager, der sich verständlicherweise zuerst im Restaurant aufwärmen muss. Doch der Lehrling, der noch nicht Autofahren kann und deshalb mit dem Traktor auch zu seinem Arbeitsplatz nach Wil fährt, beteuert: «Die Kälte macht mir nichts aus, ich fahre sehr gerne Traktor.»

Dass die Freude an Traktoren nicht unbedingt ans Bauer-sein gebunden ist, zeigt die Fahrzeughistorik Tägerwilen eindrücklich: Keines der zehn Mitglieder war je als Landwirt tätig. «In Tägerwilen gibt es viele Angefressene. Ich habe das Gefühl, dass es mehr sind als in anderen Dörfern», sagt Werner Müller.

Zu ihnen zählt Jörg Schweizer. Der Tägerwiler besitzt selber acht Oldtimer-Traktoren und eben so viele alte Lastwagen. «Ich leb ein wenig dafür», sagt Schweizer. Ihn interessiert das historische Transportwesen im allgemeinen: «Es fasziniert mich, was die früher schon für Möglichkeiten hatten.»

Der älteste Traktor des diesjährigen Treffens war ein Hürlimann aus dem Jahre 1928, bei den jüngeren Modellen war keines unter vierzig. Die Besucher durften im Tägermoos die Leistungsfähigkeit der Maschinen testen. «Ziel des Pflügens ist eine möglichst gleichmässige, gerade Furche», sagt Charly Heckelsmüller. «Die Herausforderung bei den älteren Landmaschinen liegt in der fehlenden Leistung», sagt der Tägerwiler. «Unter diesen Bedingungen ist es viel schwieriger, den Traktor für eine schöne Furche zu kontrollieren.» Heckelsmüller ist neben seiner Mitwirkung hier gleichzeitig seit 2002 im Vorstand des Vereins «Freunde alter Landmaschinen Sektion Ostschweiz» mit rund 700 Mitgliedern, vorwiegend ältere Semester. «Es ist unser Ziel, junge Leute zu erreichen, bei Veranstaltungen sollen sie die Traktoren nicht nur sehen, sondern auch erleben können.»