Dem Fussball auf den Fersen

ERLEN. Für die Swiss Unihockey Schule Erlen war die letzte Dekade eine denkwürdige – denn sie etablierte sich als Fixpunkt in der Schweizer Sportlandschaft. Klar, dass da auch der Unihockey-Nationaltrainer an der Jubiläumsfeier vorbeischaute.

Christof Lampart
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Prägende DNA: Absolventen jeden Jahrgangs der Unihockeyschule unterstreichen dies auf der Bühne. (Bilder: Christof Lampart)

Prägende DNA: Absolventen jeden Jahrgangs der Unihockeyschule unterstreichen dies auf der Bühne. (Bilder: Christof Lampart)

Hätte es eines Beweises bedurft, dass sich das Unihockey im Thurgau in den letzten Jahren zum absoluten Trendsport gemausert hat, dann wurde er am Freitagabend im Mehrzwecksaal Erlen sichtbar. Denn nicht weniger als 230 Gäste kamen, um mit Schulleitung, sportlichen Leitern und Verbandsoffiziellen zehn Jahre «Swiss Unihockey Schule Erlen» zu feiern.

Vorbilder für Schwächere

Schulpräsident Heinz Leuenberger würdigte «la decima» als «Meilenstein» und freute sich, dass es «immer vorwärts gegangen» sei. Diese Ansicht teilte auch der Leiter der Thurgauer Schulaufsicht, Martin Kressibucher. Doch seien Leistungssportlerinnen und -sportler mehr als nur begnadete Athleten, nämlich Vorbilder für Schwächere. «Sie haben einen klaren Fokus, durchlaufen eine Lebensschule und können Mitschüler mit ihrem Engagement und Teamgeist anstecken. Und beim Unihockey kämen auch «überfachliche Kompetenzen» zum Tragen, denn «als Teamsportler muss man ein Teamplayer sein und sich gut in eine soziale Gruppe integrieren können».

Vermehrt Respekt ablegen

Dass diese Teamfähigkeit im Schweizer Unihockey stark ausgeprägt ist, fand auch Unihockey-Nationaltrainer David Jansson. «Die Schweizer sind fleissig, haben Teamgeist und gehen mit der nötigen Aggressivität zur Sache», lobte der Schwede. Dennoch gelte es in der Ausbildung auch das eine oder andere Manko zu beseitigen. So ortete der Nationaltrainer unter anderem bei der Qualität der Entscheidungsfindung, beim Passen oder auch beim Ablegen unnötigen Respekts gegenüber skandinavischen Teams noch Verbesserungspotenzial.

Ziel: 2028 olympisch

Der Präsident von Swiss Unihockey, Daniel Bareiss, wies darauf hin, dass man nur dann an die Spitze vorstossen könne, wenn die Talente noch mehr ins Training investierten. Die Sportschule Erlen bilde ein wichtiges Puzzleteil, «um die ganze Leistungsentwicklung zu professionalisieren». Bareiss' Vision ist, dass Unihockey um 2028 herum olympisch werden soll. Zweifler gäbe es immer und überall, doch habe Swiss Unihockey in den letzten 30 Jahren bewiesen, dass man Berge versetzen könne.

Später am Abend interviewte der Koordinator der Swiss Unihockey Schule Erlen, Beni Bötschi, zehn Absolventen der Sportschule – für jeden Jahrgang eine(n). Dabei wurde deutlich, dass eigentlich niemand die Schule missen will. Vor allem die Älteren erklärten, dass «Erlen» sie nicht nur als Sportler, sondern auch als Mensch habe reifen lassen.

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