Defizit lässt Reserve schmelzen

Die Traktanden der Gemeindeversammlung in Tägerwilen gaben kaum Anlass zur Diskussion: Die Stimmbürger bewilligten Budget und Investitionen.

Kurt Peter
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TÄGERWILEN. Die Versammlung ging zügig voran. Der für die Finanzen zuständige Gemeinderat Jörg Sinniger präsentierte am Dienstagabend in der Bürgerhalle ein Budget, das bei einem gleichbleibenden Steuerfuss von 37 Prozent mit einen Verlust von 130 000 Franken rechnet. Der Nettoaufwand der Politischen Gemeinde steigt zwar an, gleichzeitig rechnet das Budget 2015 mit höheren Steuereinnahmen von 241 000 Franken. In vier Bereichen rechne der Gemeinderat mit höheren Ausgaben, erklärte Sinniger. «Der Trend bei der Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde hält an, die Ausgaben steigen um 64 000 Franken». Der Beitrag an die Pflegefinanzierung erhöht sich um 67 000 Franken und an die Spitex um 25 000 Franken. Für zwei Unterflurcontainer werden 38 000 Franken investiert, und für die Umsetzung der Naturgefahrenkarte sind 45 000 Franken vorgesehen.

Ab- statt wie überall zunehmend

Gegen den allgemeinen Trend entwickeln sich die Ausgaben für die Soziale Sicherheit. Der Gemeinderat rechnet mit sinkenden Fallzahlen. Ausserdem würden die Klientendossiers konsequent bewirtschaftet. Deshalb sieht das Budget einen Minderaufwand von 150 000 Franken gegenüber dem Budget 2014 vor. Mit Mehrausgaben aufgrund der aktuellen politischen Lage rechne der Gemeinderat beim Asylwesen.

Der Verlust von 130 000 Franken wird der Steuerausgleichsreserve entnommen. Der Finanzplan sieht bis 2018 weitere Defizite vor. Bei gleichbleibenden Steuerfüssen kann das Eigenkapital durch die Belastung der Steuerausgleichsreserve bei 2,421 Millionen Franken gehalten werden. Die Ausgleichsreserve hingegen nimmt von aktuell 1,436 Millionen auf 1,177 Millionen Franken im Jahr 2018 ab.

Defizite bei Strom und Wasser

Das Tägerwiler Elektrizitätswerk rechnet mit einem Verlust von 223 000 Franken und Nettoinvestitionen in Höhe von 955 000 Franken. Auch das Wasserwerk rechnet mit Verlust von 51 000 Franken, die Nettoinvestitionen liegen bei 357 000 Franken. Der Wärmeverbund budgetiert mit einem Gewinn von 13 000 Franken, «vorausgesetzt, dass keine ungeplanten Reparaturen anfallen», wie Jörg Sinniger ergänzte. Dem gleichbleibenden Steuerfuss und allen Budgets stimmte die Gemeindeversammlung einstimmig zu.

Ebenso einstimmig wurde der Kreditantrag für die Sanierung der Trafostation Guggenbühl genehmigt. Die Anlage sei 1965 gebaut worden und entspreche nicht mehr den heutigen Anforderungen, meinte Gemeinderat Willi Sauter. 525 000 Franken müssen nun investiert werden, nicht zuletzt auch, um «eine Auflage des kantonalen Starkstrominspektorates zu erfüllen». Ebenso klar wurde der Kreditantrag für die Sanierung der Wäldistrasse bewilligt. Die Gemeinde Tägerwilen wird Verkabelungen, Hausanschlüsse, neue Wasserleitung sowie einen Beitrag an Belagseinbau, Beleuchtung und Signalisation an den Kanton bezahlen.

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