Das Zusammenleben verstärkt pflegen

Das «Forum 60+/–», eine offene Gruppe von lebenserfahrenen Mitbürgern, das regelmässig Veranstaltungen im Seeparksaal durchführt, führte am Sonntag eine Diskussion über Werte und Lebenswertes in der Stadt Arbon durch.

Hedy Züger
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Beim Interview mit Markus Mosimann: Roman Buff (l.), Colombe Sarabia. (Bild: Hedy Züger)

Beim Interview mit Markus Mosimann: Roman Buff (l.), Colombe Sarabia. (Bild: Hedy Züger)

Was sind unsere Werte, welches die gegenwärtig betonten Werte in der Welt? «Werte werden zum Teil überbewertet», erklärte Peter Rutishauser vom «Forum 60+/–». Die zehn Gebote hätten unsere Kultur mitentwickelt, derzeit halte man sie eher im Hintergrund. Werte wie Gesundheit, Familie und Ehrlichkeit bezeichneten die Schweizer als besonders wichtig.

Barbara Fuhrer, Mitglied der Arbeitsgruppe «Werteorientiertes Arbon», stellte die Frage in den Raum, welche Werte wir in Arbon leben. Welchen Wert messen wir Mensch, Kind, Tier, Geld, Sucht, Schönheit oder Liebe bei?

Zuerst die Werte leben

In einem Interview mit Markus Mosimann stellte Roman Buff fest, dass die junge Generation Zügel nötig habe, ihr Plus sei ihre riesige Energie, ihr Power. Es sei gut, dass Junge ihren eigenen Stil hätten. Manche Werte müssten transparenter gemacht und in die Bevölkerung hinausgetragen werden.

Ganze Ortschaften könnten vom Leben mit Werten ergriffen werden: «Erst wenn wir die Werte leben, kommt es zu einem Aufschwung der Wirtschaft, nicht umgekehrt», sagte Buff.

An der älteren Generation schätze sie die Erfahrung, doch Senioren müssten die Erkenntnis gewinnen, dass sich Dinge und Situationen laufend ändern, führte Colombe Sarabia (20) aus. An ihrer Grossmutter schätze sie die Lebensfreude und die Offenheit für Neues, auch für die Technik.

Alle Generationen und Parteien

Eine überparteiliche Gruppe trifft sich seit einiger Zeit mit Stadtammann Martin Klöti und arbeitet am Thema Werte. «Wir holten alle Generationen und alle Parteien ins Boot», informierte Roman Buff. Alt und Jung sollten auch wieder mehr das Zusammenleben pflegen. Mosimann fragte: «Wie sieht Arbon in 40 Jahren aus?» Die nächsten Jahre bestimmten über die Entwicklung von Arbon, baulich und in weiteren Belangen. Damit unterstrich Buff den Arboner Aufgabenkatalog.

Auch auf der Beziehungsebene seien Verbesserungen anzustreben.

Barbara Fuhrer machte die Erfahrung, dass in Krisenzeiten mehr über Werte gesprochen und diesen nachgegangen werde: Kirchen verzeichneten wieder mehr Besucher. Selbst Banker verlangten, dass bewährte Werte wieder hervorzuheben seien. Wer sich auf innere Werte besinne, finde das Wertvolle in seinem Leben.

Werben und mitarbeiten

Die 54 Teilnehmenden des «Forums 60+/–» teilten sich in Gruppen auf, sie erzählten zu einem Stichwort (Toleranz, Solidarität) Erlebnisse, eine Geschichten oder Witze und notierten diese. Die Erzählungen wurden im Plenum vorgetragen. Die Hausaufgabe lautet nun: den eigenen Beitrag an drei Leute weitergeben. Eine weitere Verpflichtung ist es, für das «Forum 60+/–» zu werben und sich möglichst für eine Mitarbeit zur Verfügung zu stellen. Das Forum-Team nahm für seine Arbeit zwar nur Komplimente entgegen, möchte den Kreis aber erweitern.

«Ich nehme einiges mit vom Nachmittag», formulierte eine Besucherin ihre Eindrücke.

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