Das Ziel ist weit übertroffen

NEUKIRCH-EGNACH. Gegen 500 Menschen wurden am Samstagabend zur «Hoffnung für zahlreiche Familien im afrikanischen Burundi»: Chantal Aggeler und Vreni Rutishauser waren beeindruckt über die grosse Solidarität in Neukirch.

Markus Bösch
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Die Nervosität und die Freude waren gleichermassen gross in der Rietzelghalle, und viele Stunden Arbeit waren dem Solidaritätsanlass vorausgegangen, als Sepp Manser mit Alphorn und Kollegen den musikalischen Startschuss geben konnte: Die letzte Phase der Maturaarbeit von Chantal Aggeler, die Präsentation, konnte ihren Anfang nehmen.

Gemeinsamer Weg

Vor einem Jahr haben sie miteinander begonnen: Chantal Aggeler, die Absolventin der Pädagogischen Maturitätsschule Kreuzlingen, und Vreni Rutishauser, Egnacherin des Jahres und Ostschweiz-Koordinatorin des weltweiten Hilfswerks fh, «food for the hungry». Im ersten Teil der Benefizgala stellten sich die beiden Frauen gegenseitig vor. 2007 sei sie nach einer Reise nach Ruanda tief betroffen gewesen vom Elend im zentralafrikanischen Land, sagt Rutishauser. Sie habe gewusst, «ich muss und werde mich engagieren».

Herzen, Hände und Spenden

Es läuft alles wie vorgesehen – die Gäste können sich anhand der Fotos ein Bild machen von Burundi, einem «4.-Welt-Land», will heissen, einem Land, das keine eigenen Rohstoffe sein eigen nennen kann. Gemeindeammann Stephan Tobler ist begeistert von der tollen Leistung einer jungen Frau, die damit Verantwortung übernimmt.

Der eigens angereiste Geschäftsleiter von fh Schweiz, Daniel Depelteau, freut sich ebenso über den Anlass, dessen Erlös vielen Familien Einkommen und Selbständigkeit ermöglichen wird. Und Vreni Rutishauser sieht in den Gästen bereits die «vielen Ziegen, die gekauft und verschenkt, und die zahlreichen Meter an Wasserleitungen, die dannzumal gebaut werden können. Angestrebt haben wir 10 000 Franken. Daraus sind sicher mehr geworden. Die genauen Zahlen werden noch veröffentlicht.»

Typisch Schweiz – typisch Afrika

Angefangen hat die Unterstützung bereits bei den Sponsoren, «bei denen wir überall und rasch offene Türen und Ohren vorgefunden haben», sagten die beiden Frauen in ihrem Dank am Anfang und Schluss der Gala.

Dasselbe Bild beim anschliessenden Unterhaltungsteil: Fast alle musikalischen Gäste traten ehrenamtlich auf, und was sie boten, wusste überaus zu gefallen. Unter dem Motto «Typisch Afrika, typisch Schweiz» zeigten erst ein einheimisches Alphorntrio und drei Afrikaner mit Talerschwingen kulturelle Vielfalt. Die Tanzgruppe AfriKata aus Muolen unter der Leitung von Tanja Langenauer und Katrin Wüthrich brachte mit afrikanisch inspirierten und zeitgenössisch erweiterten Rhythmen den Saal zum Kochen. Auf ebensolche Begeisterung stiessen die AmaSingers aus Neukirch mit afrikanisch angehauchten Songs, die Ghost Kidz aus Zürich mit Breakdance-Einlagen.

Den Abschluss machten Belinda Portmann aus Neukirch mit ihrer starken Stimme und die senegalesischen Musiker mit Kora. Nach dem Dessertbuffet liess die Liveband iMoreez aus Arbon (Urs Eberle und Rene Pulfer) den Abend mit Eigenkompositionen und neu arrangierten Titeln musikalisch ausklingen.

Chantal Aggeler, Godelive Frevel, Vreni Rutishauser erklären auf der Bühne, worum es bei der Unterstützung geht. (Bild: Markus Bösch)

Chantal Aggeler, Godelive Frevel, Vreni Rutishauser erklären auf der Bühne, worum es bei der Unterstützung geht. (Bild: Markus Bösch)

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