Das Ziel ist nicht, Konstanz zu meiden

Kreuzlingens Gewerbepräsident Werner Meister hat dem Golfhotel Lipperswil ein böses Mail geschrieben, weil es mit Powershopping in Konstanz wirbt.

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Werner Meister Gewerbepräsident Kreuzlingen (Bild: Nana do Carmo)

Werner Meister Gewerbepräsident Kreuzlingen (Bild: Nana do Carmo)

Kreuzlingens Gewerbepräsident Werner Meister hat dem Golfhotel Lipperswil ein böses Mail geschrieben, weil es mit Powershopping in Konstanz wirbt.

Das Golfhotel Lipperswil bietet ein Shopping-Arrangement an und schlägt vor, Wellness mit Einkaufen in Konstanz zu kombinieren. Was stört Sie daran?

Es geht mir ums Prinzip. Da versucht jemand, aus dem Einkaufstourismus Gewinn zu schlagen, indem er ihn sogar noch ankurbelt.

Ist das nicht kreativ?

Ich halte es für kontraproduktiv. Die Strategie geht langfristig für das Golfhotel nicht auf.

Warum nicht?

Wenn die Unternehmen und Privatleute aus der Region wegbleiben, ist mehr verloren, als durch die Einkaufstouristen kurzfristig gewonnen wird. Wir haben gerade einen Wellness-Gutschein fürs Golfhotel verschenkt. Das würde ich heute nicht mehr machen.

Wollen Sie erreichen, dass die Kreuzlinger gar nicht mehr nach Konstanz gehen?

Nein. Konstanz gehört zu uns. Die Stadt ist wunderschön und die Kreuzlinger haben immer schon bestimmte Sachen in Konstanz gekauft. Mich stört aber, wenn Leute regelmässig über die Grenze fahren und sich den Kofferraum vollpacken mit Lebensmitteln oder Dingen, die dort billiger sind.

Ist die Solidarität unter den Schweizern verlorengegangen?

Die «Geiz ist geil»-Mentalität ist stärker geworden. Andererseits habe ich am Kreuzlinger Weihnachtsmarkt sehr viel Solidarität gespürt. Viele Kreuzlinger sind nach wie vor bereit, in Kreuzlingen einzukaufen. Aber man muss etwas dafür bieten.

Müssen die Preise sinken?

Da ist die Politik gefordert. Es kann nicht sein, dass Hersteller höhere Preise für das gleiche Produkt verlangen, wenn sie es in die Schweiz liefern. (san)

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