Das weckt Spass an der Sprache

AMRISWIL. Die Sekundarschule Grenzstrasse hat in dieser Woche einen Schüleraustausch mit Domdidier durchgeführt. Am Schluss der Woche sind sich Jugendliche und Lehrkräfte einig: Das Projekt war ein toller Erfolg.

Maya Mussilier
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Schüler aus Domdidier und aus Amriswil haben eine Woche zusammen gelebt und gelernt. (Bild: Nana do Carmo)

Schüler aus Domdidier und aus Amriswil haben eine Woche zusammen gelebt und gelernt. (Bild: Nana do Carmo)

Im Englischunterricht bei Susanne Landolt klingt es in dieser Woche etwas seltsam. Es sind nämlich gleich drei Sprachen zu hören. Im Klassenzimmer der Sekundarschule Grenzstrasse sitzt nur die Hälfte der Stammklasse. Die anderen Jugendlichen stammen aus dem welschen Domdidier. Gleichzeitig sitzen im Klassenzimmer in Domdidier neun Amriswiler Jugendliche.

Idee stösst auf offene Ohren

In dieser Woche führen die beiden Schulen einen Schüleraustausch durch. Zustande gekommen ist das Projekt durch einen Vorstoss aus Amriswil. «Vor gut einem Jahr hatten wir die Idee, einen Schüleraustausch durchzuführen», erklärt Lehrerin Susanne Landolt. Da schon jemand persönliche Kontakte nach Domdidier pflegte, wurde diese Schule für das Projekt angefragt. Eine Dreierdelegation reiste nach Domdidier, um einen ersten Kontakt zu schaffen.

Man habe sich entschieden, den Austausch mit zwei Sekundarklassen E zu machen. Nachdem dieser Grundsatzentscheid gefallen war, wurden gleich zu Beginn des Schuljahres die Eltern über den geplanten Austausch informiert. «Der Grundtenor war durchwegs positiv», freut sich Susanne Landolt. Auch die Schüler zeigten sich am Tag darauf mehr oder weniger begeistert von einem Austausch.

Es ist gut aufgegangen

Für den Austausch wurden Zweier- und einige Dreierteams gebildet. «Die Idee war, dass die Jugendlichen während der Austauschtage jeweils in der Familie des anderen Jugendlichen untergebracht werden», erklärt Susanne Landolt. Auch hier hätten sich die Eltern sehr offen gezeigt. Gleichzeitig fand ein erster Briefaustausch unter den beiden Klassen statt. Hierbei stellte sich jeder Jugendliche mit einigen Fotos und Sätzen selbst vor. Später wurden sogenannte Identitätskarten ausgefüllt, wo einige Vorlieben und Charaktereigenschaften festgehalten wurden. Aufgrund dieser Identitätskarten und der angebrachten Wünsche der Schüler wurden schliesslich die Teams gebildet.

Susanne Landolt freut sich: «Es ist gut aufgegangen, und soweit ich es beurteilen kann, gab es keine negativen Reaktionen auf die Zuteilung.» Diese ganze Mitarbeit der Eltern wie auch der Schüler hat die Lehrerin als besonders positiv empfunden. Die erste Hälfte der Amriswiler reiste am Samstag nach Domdidier zu ihren Gastfamilien, die Hälfte der Schüler aus Domdidier nach Amriswil. Am Mittwoch fand der Tausch statt. Die Gruppen wechselten also in den jeweils anderen Landesteil, wo sie bis zum Sonntag Gastrecht geniessen. So, wie es jetzt aussieht, wird das Pilotprojekt im kommenden Jahr eine Fortsetzung finden.

Schon viel Lustiges erlebt

Valentin Gerber aus Domdidier findet das Projekt sehr gut. Besonders gut gefällt ihm dabei, Jugendliche aus einer anderen Region zu treffen, und auch mit der Gastfamilie ist er sehr zufrieden. Sein Amriswiler Gastgeber ist Arbi Islami. «Wir haben gleich von Anfang an viel zusammen geredet und lustige Sachen erlebt», erzählt er. Durch den Austausch hat er mehr Freude an der französischen Sprache gefunden. Justin Collaud aus Domdidier ist eigentlich froh, dass er nicht selbständig aussuchen musste, mit wem er das Tandem bildet. «Man kennt sich ja noch gar nicht», sagt er. Nach dieser Woche ist für ihn aber klar, dass er genau seinen Compagnon Lee Hausammann wählen würde.

Bastian Guerry aus Domdidier gefällt es ebenfalls in Amriswil. «Es gibt sehr viele Möglichkeiten, etwas zu unternehmen», stellt er fest. Und doch sei Amriswil keine öde Grossstadt. Besonders gefallen ihm die Sportanlagen. Auch Alexia Riedo aus Domdidier findet Gefallen am Projekt. Sie findet schon, dass sie durch den Austausch sprachlich profitiert. «Wenn man die Leute sprechen hört, fallen einem wieder viele Wörter ein, die man gelernt hat.»

Wollen in Kontakt bleiben

Noemi Niederhäuser aus Amriswil hatte vor dem Austausch etwas Respekt davor, den ganzen Tag Französisch zu sprechen. «Am Anfang war es schon ein bisschen komisch in der Familie», erzählt sie. Glücklicherweise habe es aber ein Au-Pair-Mädchen aus Solothurn gehabt, die ihr beim Übersetzen behilflich gewesen sei. Ajla Dzilic aus Amriswil dachte von Anfang an, dass das sicher eine coole Aktion sei, hatte sich aber schon einige Gedanken gemacht, wie wohl die Partnerin sei. Jetzt ist klar: «Das Projekt ist wirklich toll. Wir möchten gerne in Kontakt bleiben», sagt sie.

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