«Das, was ich immer gesucht habe»

Wenn er auf der Bühne steht, Musik macht, Texte vorträgt und die Leute zum Lachen bringt, dann fühlt sich Roger Muffler ganz bei sich. «Ich weiss heute deutlich, dass es das ist, was ich wirklich machen möchte.» Sein Programm «Künstlerleben» wird immer mehr Motto für seinen Alltag.

Christa Kamm-Sager
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Notizblock, Bleistift, Gitarre – so verbringt Roger Muffler immer häufiger seine Zeit. (Bild: Christa Kamm-Sager)

Notizblock, Bleistift, Gitarre – so verbringt Roger Muffler immer häufiger seine Zeit. (Bild: Christa Kamm-Sager)

Roger Muffler war schon einmal ein Star. Als 13-, 14jähriger waren er und seine Schulkollegen die «Lokalmatadoren» mit ihrer Band Easy Rockers. «Ja, uns hat man in der Region Dietlikon/Dübendorf schon gekannt», erinnert er sich. Gitarre und Gesang hat der 33jährige wieder neu für sich entdeckt.

Das «Etwas» finden

«Es kam ganz plötzlich. Ich sass einmal da mit der Gitarre und schrieb ein Mundartlied. Warum, weiss ich bis heute nicht genau.» In der Phase vorher hatte er eine musikalische Baisse, wollte fast aufhören. «Obwohl Musik immer zu mir gehört, machte es in dieser Zeit nicht mehr so viel Freude.» Mit der Entdeckung der Mundartlieder hatte der seit Januar 2007 in Romanshorn lebende Zürcher die richtige Türe aufgestossen. «Heute weiss ich ganz klar, dass es das ist, was ich machen möchte»: Musik machen, auf der Bühne stehen, die Menschen nahe bei sich haben. Das ist es, was ihm am meisten Freude bereite. «Und ich glaube, das Schönste im Leben ist, dieses <Etwas> zu finden, sein Potenzial und Talent auszuschöpfen. Das ist so etwas wie meine Grundphilosophie.»

Mehr Platz für Musik

Eine Mission habe er nicht mit seinen Liedern. «Ich verpacke meine Beobachtungen, meine Erlebnisse und Gedanken des Alltags in Texte und Melodien.» Manchmal aber auch nur das eine oder andere; Text oder Musik. In seinem neuen Programm «Künstlerleben» werde es auch mal Stücke geben, die rein musikalisch sind und Texte ohne musikalische Begleitung. Manchmal würden Musik und Text einfach nicht zusammenfinden und er habe aufgehört, etwas erzwingen zu wollen. Dafür gebe es durchaus mal eine kabarettistische Einlage. Jeder Freitagnachmittag ist bei Roger Muffler fix für die Musik reserviert. Da entstehen die einen seiner Lieder in zwei Stunden, andere trage er bruchstückhaft schon seit zehn Jahren in sich herum. Dieser einzige Nachmittag ist ihm aber zu wenig geworden. «Ich möchte der Musik viel mehr Platz einräumen.» Er kann sich gut vorstellen, nur noch ein kleineres Pensum seiner Erwerbsarbeit zu behalten und viel stärker auf die Musik zu setzen.

«Was ich immer gesucht habe»

Roger Mufflers Arbeitsleben ist nach dem Jahr Studium in Lausanne vielseitig verlaufen. Es führte ihn über den Service an die Börse, weiter in den Detailhandel und ins Direktmarketing. Zurzeit arbeitet er als Geschäftsführer eines Vereins und weiterhin zu einem kleinen Teil im Marketing. «Ich hätte auch hie und da die Chance gehabt, Karriere zu machen.» Aber er habe immer vorher wieder gewechselt. Bei der Musik spüre er, dass es das ist, was er immer gesucht habe.

«Stammtischphilosoph»

Im 2004 gab er mit der CD «Stammtischphilosoph» einen ersten Tonträger heraus. «Ich finde meine CD noch immer sehr gelungen und die Lieder gefallen mir wie am ersten Tag. Ich habe aber gemerkt, dass ich live ganz andere Möglichkeiten habe, auf das Publikum einzugehen, da passiert und entsteht etwas zwischen mir und den Zuschauern.»

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