Das Warten hat ein Ende

Lange Zeit war das Projekt Zukunftswohnen in Bottighofen durch Einsprachen blockiert. Ende September können die Genossenschafter endlich über den Baukredit abstimmen.

Nicole D'orazio
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So sollen die beiden Gebäude der Genossenschaft aussehen. (Bild: pd)

So sollen die beiden Gebäude der Genossenschaft aussehen. (Bild: pd)

BOTTIGHOFEN. Endlich geht es weiter. Die Genossenschafter des Projektes Zukunftswohnen Bottighofen mussten sich nach Verzögerungen wegen mehrerer Einsprachen lange gedulden, bis sie über den Baukredit abstimmen können. Am 30. September ist es nun an einer ausserordentlichen Versammlung endlich so weit. Der Vorstand legt seinen Mitgliedern einen Kredit als Kostendach von 16 Millionen Franken vor. Das ist deutlich mehr als die ursprünglich angedachten 12 Millionen Franken.

«Die Gebäude müssen dem Behinderten-Gleichstellungsgesetz entsprechen. Das heisst, sie müssen zu hundert Prozent behindertengerecht sein», sagt Urs Siegfried, Gemeindepräsident von Bottighofen und Präsident der Genossenschaft. «Das verteuert das Projekt um gut 20 Prozent.» Die 16 Millionen seien mit einer Reserve berechnet.

Wohnungen und Pflegezimmer

Das Projekt Wohnen im Alter umfasst zwei dreigeschossige Gebäude, die in einer T-Form zueinander stehen. Über eine Brücke sowie durch die Tiefgarage sind sie miteinander verbunden. Die Gebäude werden 20 Alterswohnungen und einen Pflegebereich mit insgesamt 20 Betten beherbergen. Die Parzellen, auf denen die Kunstwiese lag und früher eine Bäckerei stand, gehören der Gemeinde. Diese tritt das Land der Genossenschaft im Baurecht ab. Betrieben wird das Projekt dann vom Alterszentrum Kreuzlingen (AZK) – sowohl der Pflegebereich wie auch die Wohnungen.

Insgesamt gibt es drei Leistungsvereinbarungen, sagt Siegfried. Eine zwischen der Gemeinde und dem Alterszentrum Kreuzlingen für den Pflegebereich, der Genossenschaft und dem AZK für die Wohnungen sowie zwischen der Gemeinde und der Genossenschaft für den Hauswart und die Umgebung. «Die drei Vereinbarungen sind zur Unterschrift bereit.» Zudem sind 85 Prozent der Offerten detailliert eingeholt. Die finanzielle Planung laufe parallel, sagt Siegfried.

Noch Werbung machen

Wird der Baukredit von den Genossenschaftern abgesegnet, werde man nochmals kräftig die Werbetrommel für neue Mitglieder rühren. «Derzeit sind es rund 150 Genossenschafter, einige mehr wären nicht schlecht.» Es existiert auch bereits eine Liste mit fünf Anmeldungen für die Wohnungen. «Beim Alter der Bewohner haben wir zudem noch eine Änderung vorgenommen. Ursprünglich wollten wir die Wohnungen nur an Personen ab 65 Jahren vermieten, doch das haben wir auf 55 Jahre runter korrigiert.»

Siegfried hofft, dass der Bau innert nützlicher Frist gestartet werden kann. Gerüchte im Dorf, dass Geld zwischen der Gemeinde und den Einsprechern geflossen sei, wollte er nicht kommentieren.

Urs Siegfried Präsident Genossenschaft Zukunftswohnen Bottighofen (Archivbild: Nana do Carmo)

Urs Siegfried Präsident Genossenschaft Zukunftswohnen Bottighofen (Archivbild: Nana do Carmo)