Das Warten hat ein Ende

Nach Ostern beginnen die Arbeiten für die Sanierung und den Anbau des Schulhauses Hauptstrasse in Tägerwilen. Am Donnerstag fand der Spatenstich statt. Im Sommer 2017 sollen die Schüler wieder in den historischen Bau zügeln.

Nicole D'orazio
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Symbolischer Akt: Der Tägerwiler Schulpräsident Daniel Heidegger schlägt ein Stück Mauer, die nächste Woche abgerissen wird, weg. (Bild: Reto Martin)

Symbolischer Akt: Der Tägerwiler Schulpräsident Daniel Heidegger schlägt ein Stück Mauer, die nächste Woche abgerissen wird, weg. (Bild: Reto Martin)

TÄGERWILEN. Daniel Heidegger strahlt. Am Donnerstag hat der Tägerwiler Schulpräsident zum Spatenstich eingeladen. Endlich kann es mit der dringend nötigen Sanierung des über 150 Jahre alten Schulhauses Hauptstrasse und dem Ergänzungsbau an der Rückseite losgehen. «Ich spreche nicht von einem historischen Tag. Denn wir wollen uns hier ja kein Denkmal setzen. Ich freue mich aber riesig, dass wir jetzt mit dem Bau mit diesem symbolischen Akt beginnen dürfen», sagt er vor den Gästen und anwesenden Lehrern.

Heidegger blickt kurz in die Vergangenheit zurück: «Am 23. Januar 2012 war das Schulhaus Hauptstrasse erstmals ein eigenes Traktandum in einer Sitzung der Schulbehörde und ist es seither geblieben.» Im Verlauf dieser vier Jahre habe man diverse Highlights erlebt und Tiefschläge eingesteckt. Nichtsdestotrotz habe man in der Behörde und der Baukommission zielgerichtet weitergearbeitet. «Ich möchte mich deswegen bei allen Beteiligten bedanken.»

Denkmalpflege war dagegen

Im September 2014 hatten die Stimmbürger das Projekt für 5,1 Millionen Franken bewilligt. Doch die kantonale Denkmalpflege war nicht einverstanden und das Projekt musste überarbeitet werden. Der Anbau auf der Rückseite des als wertvoll eingestuften Gebäudes wurde redimensioniert. Das Volumen sank um 30 Prozent. Als Folge davon hat im Ergänzungsbau kein Klassenzimmer mehr Platz. Es werden stattdessen drei Gruppenräume eingerichtet. Hinzu kommen die schon ursprünglich geplanten sanitären Anlagen sowie ein Lift. Die Kosten sinken auf 4,8 Millionen Franken. Die Stimmbürger haben die neue Variante im letzten Juni gutgeheissen.

Hammer statt Bagger

Heidegger fährt für den Spatenstich allerdings nicht mit einem Bagger auf, sondern nimmt einen Hammer in die Hand. «In einem symbolischen Akt haue ich einen Teil der Mauer weg. Natürlich nur von der, die wegkommt», sagt er und lacht.

Die Bau- und Sanierungsphase wird eineinviertel Jahre dauern, sagt Architekt Beat Schneider. «Die Kinder und Lehrer dürfen sich auf tolle neue Schulräume freuen. Und es wird sich lohnen, das Schulhaus nicht nur von vorne anzusehen, sondern auch rundherum zu gehen und den Anbau zu bestaunen.» 31 Sitzungen hätten die Architekten zusammen mit der Baukommission abgehalten, sagt Schneider. «Es waren Geduld und gute Nerven nötig in dieser Zeit. Doch das hat uns noch näher zusammengebracht.» Das Gebäude werde in seinem neuen Glanz noch lange Zeit überdauern, ist er sicher.

Die Tägerwiler Unterstufenschüler haben in den letzten Tagen das Schulhaus geräumt und sind ins Provisorium am Hasenweg gezügelt. Die Schulbehörde konnte Container mieten, die schon zuvor in Bassersdorf als Zwischenlösung dienten. Im Sommer 2017 sollen die Kinder und Lehrer dann zurück ins neue alte Schulhaus ziehen.