Das Vorbild heisst Stalking Wolf

In der neuen Natur- und Wildnisschule Aventia sollen Kinder, Jugendliche und Erwachsene ihren Lebensraum besser kennenlernen. Die Idee dazu hatten Christian Steiner und Margrith Meyer.

Werner Lenzin
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Christian Steiner und Margrith Meyer wollen das Leben der Naturvölker aufzeigen und Naturerlebnisse ermöglichen. (Bild: Werner Lenzin)

Christian Steiner und Margrith Meyer wollen das Leben der Naturvölker aufzeigen und Naturerlebnisse ermöglichen. (Bild: Werner Lenzin)

BISCHOFSZELL. «Auf dem beinahe 400jährigen Bauernhof meiner Eltern, im Iberg, möchte ich ein neues Naturzentrum entstehen lassen», freut sich die Zihlschlachter Kindergärtnerin Margrith Meyer. Der Hof zwischen Bischofszell Nord und Hummelberg biete dazu den idealen Platz. Zusammen mit dem Bischofszeller Schulsozialarbeiter Christian Steiner hat sie die anderthalbjährige Ausbildung zur Natur- und Wildnispädagogin in der Schule Wildniswandern in verschiedenen Regionen von Deutschland abgeschlossen.

Im Einklang mit der Natur

Momentan vertiefen die beiden das Ganze noch im Rahmen einer Ausbildung der zweiten Stufe. Sie haben ihre Natur- und Wildnisschule im Zusammenhang mit einer im Iberg entspringenden Quelle und nach der keltischen Göttin der Quellen Aventia benannt. Margrith Meyer und Christian Steiner haben die Schule als freie Mitarbeiter eröffnet und sind begeistert, dass ihre Idee von den Verantwortlichen der Volksschulgemeinde Bischofszell, den Schulleitern und den Lehrpersonen getragen wird. Nicht nur die Schulen, sondern auch Erwachsenenteams stehen dem Projekt positiv gegenüber.

Und was haben sich diese beiden naturbegeisterten Bildungsfachleute auf die Fahne geschrieben? «Wir möchten klein und gross den Zugang zur Natur wieder öffnen und die Achtsamkeit gegenüber dem Leben fördern.» In Form von Schulveranstaltungen, Lagern und Teamanlässen der verschiedensten Form möchten die zwei Wildnispädagogen die Fähigkeiten und Techniken der Naturvölker, wie beispielsweise des berühmten Stalking Wolf, aufzeigen und intensive und unvergessliche Naturerlebnisse ermöglichen. Ihm gelang es, in der freien Wildbahn einen Wolf zu berühren.

Wichtig ist dabei die Nachhaltigkeit dieser einmaligen Naturbeziehung, dies nach dem Motto «Was ich liebe, das achte und schütze ich». Wolfs Idee möchten die beiden übernehmen und zeigen, wie man sich unbemerkt und unsichtbar im Wald bewegt und Tierbewegungen beobachten und wahrnehmen kann. Zusammen mit Jung und Alt wollen Margrith Meyer und Christian Steiner im Einklang mit der Natur leben, dies politisch und religiös völlig unabhängig.

Lernen aktiviert Sinne

Gearbeitet wird an der neuen Schule nach dem Coyote Teaching, einer ganzheitlichen Lernmethode der Naturvölker, die auf der richtigen Fragestellung des Mentors und der Begeisterungsfähigkeit und der Neugierde des Lernenden basiert. Dieses Lernen aktiviert die Sinne und verfeinert die Wahrnehmungsfähigkeit. «Durch diese Sensibilisierung erkennen wir die grösseren Zusammenhänge in der Natur», sagen Meyer und Steiner. Dabei ist die Schule an der Erlebnis- und Bildungsmesse für die ganze Familie am 31. Mai im Berufsbildungszentrum Weinfelden.

Weitere Informationen unter: www.naturschule-aventia.ch

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