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Das Vermächtnis der Luxburg

EGNACH. Im Schloss Luxburg lebten adelige Franzosen sowie Dichter und Künstler. Die Geschichte des prestigeträchtigsten Gebäudes in Egnach ist durchzogen von menschlichen Schicksalen, Kuriositäten und auch ein bisschen Grössenwahn.
Michèle Vaterlaus
Der Lindauer Kaufmann Oswald Kröll war der Erbauer der Luxburg. (Bild: pd)

Der Lindauer Kaufmann Oswald Kröll war der Erbauer der Luxburg. (Bild: pd)

Das Jahr 1498: In der Region redet man von «Sauschwaben» und «Kuhschweizern» – der Schwabenkrieg steht bevor. Und Oswald Kröll aus Lindau hat soeben die beiden Höfe zwischen «Romisshorn und Arben» geerbt. Obwohl das ganze Schweizer Ufer besetzt war, schaffte Kröll die Überfahrt nach Egnach. Dort knüpfte er Kontakte mit einem Baumeister und einem Zimmermann, um den Bau eines Landhauses zu besprechen – der Luxburg.

Der Geschichte der Luxburg, die derzeit in Besitz der Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte ist, hat der Egnacher Dorfchronist Rolf Blust vor zwölf Jahren ein Buch gewidmet. 8000 Seiten Geschichte, die er in vier Jahren in rund 30 Archiven sammelte, hat er auf 200 Seiten komprimiert und veröffentlicht. Er schildert die Geschehnisse vom Bau der Luxburg über deren Veränderungen durch den Eisenbahnbau bis hin zum Kauf der Luxburg durch die Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte. Das Buch ist geprägt von lustigen, spannenden und traurigen Erzählungen über das Schloss und die Menschen, die es bewohnten.

Dr. Mabuse auf Schloss Luxburg

Die Geschichte der Luxburg ist eine wahre Odyssee: Seitdem Oswald Kröll sie erbaut hatte, ist sie durch die Hände von 38 Besitzern gegangen. Erst nutzten vorwiegend Reiche und Adelige das Schloss als Sommersitz. Doch auch Dichter und Künstler beheimatete das Gebäude, ein einziges Mal waren sogar Bauern die Besitzer. Turbulent wird die Geschichte der Luxburg ab dem 19. Jahrhundert. Denn sie wurde zu dieser Zeit nicht mehr nur als Landsitz genutzt, sondern als Firmensitz.

Der Besitzer Christoph Zumstein glaubte zum Beispiel in den 1820er-Jahren, dass das Quellwasser im Luxburger Brunnen gesund machen könnte. Stahlwasser sei es, das bei Schwäche und Entkräftung helfe. Das «gute Geschäft» Bad Luxburg scheitert aber. Mit der Industrialisierung wurden noch mehr Unternehmer auf das Schloss aufmerksam: 1839 richtete ein Amriswiler Unternehmer eine Rotfärberei ein. Die Lage der Luxburg direkt am Wasser war dafür günstig. 1873 dann war die Luxburg der Sitz der Kondensmilchfabrik Alpina. Später gab es sogar Pläne für einen Interkontinentalhafen der Hochrein-Schifffahrt. Keines der Projekte war von Dauer. Wirtschaftliche Schwierigkeiten zwangen die Unternehmer, aufzugeben.

1916 zog der Dichter Norbert Jacques als Mieter in die Luxburg und verhalf ihr zu einem Auftritt in einem Film. Jacques wurde von einem Passagier auf der Fähre zum Roman «Dr. Mabuse» inspiriert. Die Geschichte, die von einem bösartigen Verbrechergenie handelt. In der Verfilmung des Romans fahren die Darsteller mit einem Boot von Romanshorn nach Egnach und gehen in die Luxburg. In den Dreissigerjahren des 20. Jahrhundert gehörte das Schloss der deutschen Familie Dolster, die eine Altersresidenz erstellen wollte. Doch der zweite Weltkrieg kam dazwischen. Die Familie konnte ihr Geld nicht mehr in die Schweiz holen. In ihrer neuen Heimat als Spione der Nazis gemieden, verarmte die Familie auf dem Schloss.

Die Verschandelung

Es scheint sowieso, als ob das Schloss mit einem Fluch behaftet gewesen sei. Denn kaum jemand, der ein Projekt in der Luxburg anging, hatte Glück. So auch der Immobilienbaron Fritz Meili nicht. Er wollte in den 1950er-Jahren ein Atominstitut in der Luxburg errichten. Dafür liess er Deckenbalken herausreissen, um sie durch strahlensichere Betondecken zu ersetzen. Eine unnötige Verschandelung der Luxburg, denn die risikofreudigen Investitionen trieben Meili in den Bankrott, bevor er das Projekt umsetzen konnte. Danach wurde das Land um die Luxburg aufgeteilt und an neue Besitzer verkauft.

Heute umfasst der Park noch 90 Aren, 1498 waren es noch 204. 1961 wurden die Parzellen innerhalb des Schlossparks und zum Hafen abgetrennt und später überbaut. 1980 kaufte die Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte das Schloss. Leben ist seitdem keines mehr eingekehrt.

Eine Visualisierung zeigt, wie die Luxburg als Neubau ausgesehen hat. (Bild: pd)

Eine Visualisierung zeigt, wie die Luxburg als Neubau ausgesehen hat. (Bild: pd)

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