Das Theater verbreitet Chaos

MÜNSTERLINGEN. Am 25. April feiert das Theater Münsterlingen in der Scherzinger Bächlihalle Premiere mit «Siite Sprüng». Das neue Stück ist ein Lustspiel und verspricht viel Verwirrung auf der Bühne.

Desirée Müller
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Daniela Spirjak, Thomas Bitschnau und Stefan Stahl beim Proben. (Bild: Reto Martin)

Daniela Spirjak, Thomas Bitschnau und Stefan Stahl beim Proben. (Bild: Reto Martin)

«Beginnt einfach zu spielen.» Regisseur Roger Cotting setzt sich auf einen Stuhl vor der Bühne, lächelt seinen Schützlingen motivierend zu und beobachtet. Seit Mitte Januar wird zweimal wöchentlich geprobt. Früher begannen die Proben bereits im Oktober und bestanden aus zahlreichen Leseproben, bevor es überhaupt erst in die Bächlihalle zum Üben ging. «Heute stehen die Schauspieler von Anfang an auf der Bühne», erzählt Cotting. Anfangs mit dem Skript in der Hand, welches meist bald abgelegt wird. «Das Lernen ist so viel effizienter, als zusammen um einen Tisch zu sitzen und die Texte auswendig zu lernen.»

Neun Schauspieler im Ensemble

Bevor jedoch Text gebüffelt wird, werden die Charakterzüge der einzelnen Rollen definiert und von den jeweiligen Schauspielern verinnerlicht. Danach folgt das Koordinieren der Abläufe. Daher stehen bereits ein Bett, eine Couch und das Gerüst der künftigen Kulisse auf der Bühne. Dreissigmal spielten die neun Schauspieler des diesjährigen Ensembles das Stück bereits durch. Die Textbücher liegen mittlerweile neben der Bühne. Die Hilfe von Souffleuse Susanne Henrichs wird aber noch gerne in Anspruch genommen.

Fast eine Stunde lang sieht Roger Cotting dem Schauspiel aufmerksam zu, bevor er aufsteht und die Stufen zur Bühne hochsteigt. «In dieser Szene könnt ihr noch mehr Gas geben. Bewegt euch und macht nicht zu viele Pausen zwischen den Sätzen. Einverstanden?» Roger Cotting ist ein Profi. Das merkt man schnell. Vor 57 Jahren stand der heute 75-Jährige zum erstenmal auf der Bühne. «Er lässt uns sehr viel Spielraum», erzählt Melanie Heider. Man fühle sich nie kritisiert. Die Tips und Tricks vom Profi werden von allen gerne angenommen. Für Melanie Heider ist die Theaterwelt noch Neuland. «Ich habe mich beim Durchlesen des Drehbuchs gleich in das Stück verliebt und sprach bei Roger vor», sagt sie strahlend. Sie spielt Linda Lohmann und will sich an ihrem Mann rächen, der sie schon viele Male betrogen hat. «Oft bin ich richtig wütend auf meinen Schauspielkollegen Stefan Stahl. Obwohl es ja nur gespielt ist», erzählt sie und schüttelt schmunzelnd den Kopf. Sie ist in ihrer Rolle voll und ganz angekommen.

Die Rollen mit Leben erfüllen

Gabriele Böhler gehört zum Stammensemble. Ihre Rolle fordert sie dieses Jahr zu Höchstleistungen heraus. «Ich spiele eine Kinderbuchautorin, die eine richtige Ökotante ist und für ihre Hunde alles tun würde. Das passt eigentlich überhaupt nicht zu mir», sagt die erfahrene Schauspielerin und lacht leise, um die Probe nicht zu stören. Genau das mache aber das Theaterspielen für sie aus. Nicht nur während der Proben sondern auch zu Hause versetzt sie sich gerne in ihre Rolle. «Ich will sie mit Leben füllen und meine Rolle authentisch spielen», erzählt sie. Die Stimmung im Team ist sehr ausgelassen. Es wird viel gelacht. Doch wenn es ernst gilt, sind alle auf Knopfdruck bereit.

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