Das Säcklein muss reichen

BISCHOFSZELL. Die Hunde-WCs haben ausgedient. Nachdem man 2010 bereits einen Versäuberungsplatz aufgehoben hat, will Bischofszell jetzt auch jene in den Gebieten Gihl und Bleiche schliessen.

Luisa Gomringer
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In der Stadt Bischofszell gibt es noch zwei öffentliche Hunde-WCs: Eines befindet sich im Gebiet Bleiche. (Bild: Georg Stelzner)

In der Stadt Bischofszell gibt es noch zwei öffentliche Hunde-WCs: Eines befindet sich im Gebiet Bleiche. (Bild: Georg Stelzner)

Wenn Hundebesitzer in Bischofszell ihren alltäglichen Morgenspaziergang mit ihrem treuen Gefährten machen, sollten sie in Zukunft immer ein Robidogsäckchen dabei haben. Kommt es zum grossen Geschäft, wird der Hund dies nämlich nicht mehr auf einem Versäuberungsplatz machen können. Die letzten zwei Hunde-WCs auf Stadtgebiet werden demnächst aufgehoben.

Rückläufige Nutzung

«Unsere WC-Bereiche für Hunde waren wichtig, als wir noch fast keine Robidogs hatten. Doch heute werden die Versäuberungsplätze kaum noch benutzt», erklärt Sacha Derron, Bauverwalter von Bischofszell. Einer der drei Hunde-WC-Bereiche wurde bereits im Jahr 2010 aufgehoben: Jene in den Gebieten Gihl und Bleiche haben nun auch ausgedient.

«Wir haben auf Bedürfnisse hin regelmässig neue Robidogs plaziert. Mittlerweile stehen im Gemeindegebiet 26 Robidogbehälter für die Entsorgung von Hundekot», sagt Derron.

Aufwand ist zu gross

«Es wird Zeit, dass wir die Aufhebung der Hunde-WC-Bereiche in Angriff nehmen», betont auch René Stierli, Werkmeister von Bischofszell. Er und sein Team sind verantwortlich für den Unterhalt der Hundeversäuberungsplätze. Sie würden sich freuen, ihre Zeit künftig anderen Aufgaben widmen zu können.

Auch für den Hauptübungsleiter des Hundesportvereins SKG Bischofszell, Hansjörg Näf, ist die Aufhebung der Hunde-WCs kein Verlust. «Wir Hundesportler benutzen ausschliesslich Robidogs.» Da sich die Vereinsmitglieder mit ihren Hunden viel bewegen, sind sie froh, dass die Robidogs in Bischofszell gut verteilt sind. «Ein Problem ist jedoch, dass die Säckchen bisweilen fehlen. Aber ein Hundebesitzer sollte grundsätzlich immer ein paar bei sich haben», führt Näf aus. Gemäss Info der Robidog AG liegt der Jahresverbrauch pro Hund bei durchschnittlich rund 500 Säckchen. Da kann es schon vorkommen, dass man auf einen Robidogbehälter ohne Säckchen trifft.

Dass sich durch die Aufhebung der Hunde-WC-Bereiche die Hygiene in Bischofszell verschlechtern könnte, glaubt Näf nicht: «Wenn in Zukunft Hundekot auf dem Rasen liegt, dann nicht, weil uns Hundetoiletten fehlen, sondern weil es immer noch Leute gibt, die den Kot ihres Tieres einfach liegenlassen.»

Wie ein Taschentuch

Reinhold Zepf, Präsident des Tierschutzvereins Bischofszell-Weinfelden und Umgebung, meint zu diesem Thema: «Es sollte sich in der Gesellschaft etabliert haben, dass man als Hundebesitzer ein Hundekot-säckchen dabei hat wie andere Leute ein Taschentuch.»

Sacha Derron Bauverwalter der Stadt Bischofszell (Bild: pd)

Sacha Derron Bauverwalter der Stadt Bischofszell (Bild: pd)