Das Powerkraut lebt wieder auf

KEMMENTAL. Der Männerturnverein Alterswilen veranstaltet am Samstag in der Leuebeiz ein grosses Fest. Besucher können Chabis hobeln, stampfen und einmachen – und sich dann in wenigen Wochen über selbstgemachtes Suurchruut freuen.

Urs Brüschweiler
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Zeigen wie es geht: Christoph Zürcher schneidet einen Chabis und Ruedi Schnyder wartet bis er hobeln kann. (Bild: Nana do Carmo)

Zeigen wie es geht: Christoph Zürcher schneidet einen Chabis und Ruedi Schnyder wartet bis er hobeln kann. (Bild: Nana do Carmo)

«Das Kemmental ist bekannt für aussergewöhnliche Feste», stellt Christoph Zürcher fest. Ein weiteres komme nun am Samstag hinzu, ein eher nostalgisch geprägtes. Das jüngste der rund 30 Mitglieder des Männerturnvereins Alterswilen ist mit OK-Präsident Ruedi Schnyder die treibende Kraft hinter der Neuauflage des Kemmentaler Suurchruutfäschts. Die Idee entstand am Adventsmarkt in der Scheune der geschichtsträchtigen Alterswiler Leuebeiz. Ruedi Schnyder meinte: «Hier könnte man doch das Suurchruutfest wieder veranstalten.» Dieses hat nämlich im Kemmental eine Geschichte, wenn auch keine sehr grosse: 2007 und 2009 veranstaltete die Freilichtspiel-Vereinigung bereits einen solchen Event, bevor die noch junge Tradition wieder einschlief. Der Vorstand des Männerturnvereins fand Schnyders Idee gut. Und Christoph Zürcher als Eigentümer der Scheune gab zum Veranstaltungsort sein Okay.

Freude am Ausprobieren

Am Samstag darf nun jeder auf dem Gelände der Leuebeiz Kohlköpfe hobeln, stampfen und einmachen. «Viele Junge haben sicher Freude daran, das auszuprobieren», sagt Zürcher. Die alten Gerätschaften haben die Männerturner auf Estrichen und in Scheunen aufgetrieben. «Vier alte Hobel haben wir gefunden», sagt Zürcher. Als Basis dient heimischer Chabis aus der Produktion von Landwirt Urs Dünner. «Chabis, Hobel und Gefässe stellen wir zur Verfügung», sagt Vereinspräsident René Brauchli.

Wie der Prozess zur Herstellung von delikatem Sauerkraut ganz genau funktioniert, müssen zumindest einige der Turner selber noch herausfinden. «Für das Rezept sind unsere Frauen zuständig», meint Brauchli. Klar ist, am Ende des Tages können die Festbesucher das Ergebnis nach Hause nehmen, und nach einigen Wochen richtiger Lagerung entsteht daraus bestes Sauerkraut. Unter den Männern gibt es richtige Fans, aber auch solche, die es eigentlich gar nicht mögen. Beim nachfolgenden Fest (siehe Kasten) werden dann die passenden Spezialitäten wie zum Beispiel Blut- und Leberwurst kredenzt.

Der Männerturnverein Alterswilen hat viel Werbung gemacht für das Fest und grossen Aufwand betrieben, um die Scheune und die Zelte vorzubereiten. «Wir schauen für das richtige Ambiente», sagt Brauchli.

Besucher von weit her

Sie erwarten zwischen 300 und 500 Besucher. «Ich weiss von Leuten, die extra aus Zug anreisen werden», sagt Christoph Zürcher. Er freut sich auf ein urchiges und bodenständiges Fest. «Läuft es gut, machen wir noch eines. Aber es wird keine alljährliche Veranstaltung werden. Den Rhythmus lassen wir offen.»