Das Knistersäckli

Diskussionen über die Abschaffung der Plastiksäckli in den Läden sind doch eher eine Verlagerung der eigentlichen Umweltprobleme. Wenn man bedenkt, wie viel unnötige Verpackungen in den Ladenregalen sind. Hygienetechnisch vorgeschrieben, vielmals produktschützend, meist sinnlos.

De Wortmetz
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Diskussionen über die Abschaffung der Plastiksäckli in den Läden sind doch eher eine Verlagerung der eigentlichen Umweltprobleme. Wenn man bedenkt, wie viel unnötige Verpackungen in den Ladenregalen sind. Hygienetechnisch vorgeschrieben, vielmals produktschützend, meist sinnlos.

In Weinfelden hat unlängst ein Laden damit angefangen, pro Knistersäckli fünf Rappen zu verlangen. Bravo. Nun kann er sein Knistersäcklilager profitbringend, umweltgerecht abstossen. Bei angenommenen 100 000 Säckli wird das Geldsäckli immerhin um 5000 Fränkli voller. Da tönt Umweltschutz eher nach Profit als nach Nachhaltigkeit.

Wie damals, die Luftreinhaltekontingente. Hat man eine saubere Anlage, darf man seine Kontingente gewinnbringend verkaufen. Für den, der keine saubere hat, ist es dann billiger, als umzurüsten. Da fragt man sich, wo denn der eigentliche Umweltgedanke liegt. Eigentlich kann man nur etwas erreichen, mit Konsequenz und Verbot. Nur ist das wiederum nicht profitabel. Wie man's dreht und wendet, schliesslich geht's um Geld und das ist und war schon immer Umweltverpester Nr. 1. Jemand der wenig besitzt, verwendet sein Säckli bis es hin ist, derjenige mit viel Geld, kauft und schmeisst weg. Wohlstandsgesellschaften sind selten nachhaltig. In diesem Sinne, macht weiter wie bisher oder werdet konsequent und nehmt eure eigenen Einkaufstaschen mit.

wortmetz@gmx.ch

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