«Das ist keine Angstmacherei»

Die Schulgemeinde Egnach will das Schulhaus Ringenzeichen schliessen. Es stellen sich viele Fragen. Die Behörde gibt weitere Antworten.

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EGNACH. Die Kritik an den Plänen ist gross. Mit Blick auf die Meinungsumfrage vom 30. November nimmt die Behörde in einem zweiten Teil Stellung zu weiteren Vorwürfen.

Das Schulhaus Ringenzeichen ist kein Sanierungsfall.

Antwort Schulbehörde: Das Schulhaus Ringenzeichen ist in die Jahre gekommen. Es ist nicht in einem schlechten Zustand; der übliche Unterhalt wurde immer gemacht. Doch wenn man sich jetzt dafür entscheidet, dass Schulhaus für weitere 10 bis 15 Jahre zu behalten, dann fallen in den nächsten Jahren grössere Sanierungsarbeiten an, und das Raumangebot müsste erweitert werden, um einen zeitgemässen Unterricht mit den heutigen Anforderungen zu erfüllen.

Mit der Schliessung von Ringenzeichen soll eine Lehrerstelle eingespart werden können. Der Preis sind grössere Klassen.

An den anderen Standorten sind Klassengrössen von rund 20 Kindern normal. In Ringenzeichen wird seit Jahren in zu kleinen Klassen unterrichtet – das belastet die Gesamtrechnung der ganzen Volksschulgemeinde, und die anderen vier Primarschulstandorte müssen aufgrund dieser Kleinklassen finanziell und personell zurückstecken. Da es ja in Ringenzeichen und Neukirch deutlich weniger Kinder haben wird, werden diese Klassen normal gross sein.

Die Schulbehörde weckt unnötig Ängste, wenn sie behauptet, nach der Schliessung des Schulhauses Ringenzeichen müssten Kinder aus der ganzen Gemeinde umgeteilt werden.

Das sind Tatsachen und ist keine Angstmacherei. Bei einem Weiterbetrieb des Schulhauses Ringenzeichen müssen zusätzliche Schülerinnen und Schüler aus Neukirch oder Egnach nach Ringenzeichen zugeteilt werden, damit entsprechende Klassengrössen entstehen. Die Verschiebung hat zur Folge, dass in Neukirch kleine Klassen entstehen und wir Kinder aus Steinebrunn oder Hegi nach Neukirch umteilen müssen. Fakt ist, dass bei einer Weiterführung genau das für einige eintreffen würde, was die IG Pro Ringenzeichen für ihre Kinder nicht annehmen kann, nämlich ihr Schulhaus zu wechseln.

Verlierer der Zentralisierungs-Pläne sind die Kinder. Die Kinder besuchen bereits für zwei Jahre den Kindergarten in Neukirch. Der Schulstandort Neukirch ist für sie nicht fremd. Sie können so weiterhin mit ihren Gspänli in die Primarschule übertreten. Auch das Schulhaus Neukirch ist ein kleiner, überschaubarer Schulstandort. Für einige wenige Kinder bedeutet der Schulhauswechsel einen weiteren Schulweg.

Die Gemeinde Neukirch-Egnach besteht aus 68 Weilern. Mit der Schliessung von Schulhäusern macht sich die Schulbehörde daran, diese einmaligen Strukturen zu zerstören.

Siedlungsstrukturen erhält oder zerstört man nicht mit Schulhäusern, sondern mit einer entsprechenden Raum-, Richt- und Zonenplanung. Es gibt immer wieder junge Familien, die das ruhige Leben in den Weilern schätzen und dorthin ziehen werden. Früher hatten die Bauern in den Weilern noch fünf bis zehn Kinder. So hatte es genügend Schüler. Das ist heute anders. Auch weil in den Weilern keine Bautätigkeit gewünscht wird wie im Zentrum. (mso)