Das hohe Defizit ist verkraftbar

Fast 800 000 Franken beträgt das Minus im Budget 2016 der Politischen Gemeinde Sulgen. Der Gemeinderat sieht dennoch keinen Grund zur Besorgnis. Er verweist auf das Eigenkapital von mehr als drei Millionen Franken.

Hannelore Bruderer
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Kradolfstrasse in Sulgen: Auf einer Seite endet das Trottoir wenige Meter nach dem Restaurant Freihof; nun ist eine Verlängerung geplant. (Bild: Georg Stelzner)

Kradolfstrasse in Sulgen: Auf einer Seite endet das Trottoir wenige Meter nach dem Restaurant Freihof; nun ist eine Verlängerung geplant. (Bild: Georg Stelzner)

SULGEN. Mit einem Defizit von 771 500 Franken weist der Voranschlag 2016 der Politischen Gemeinde Sulgen einen ähnlich hohen Verlust aus wie das Budget des laufenden Jahres. Eine Erhöhung des Steuerfusses – er beträgt momentan 50 Prozent – fasst der Gemeinderat für das nächste Jahr trotzdem nicht ins Auge. «Mit einem Eigenkapital, das derzeit über drei Millionen Franken liegt, ist ein Aufwandüberschuss in dieser Höhe zu verkraften», zeigt sich Andreas Opprecht, Sulgens Gemeindepräsident, optimistisch.

Neues Rechnungsmodell

Im Laufe des nächsten Jahres wird die Gemeinde Sulgen das neue Rechnungslegungsmodell HRM2 einführen, welches unter anderem Änderungen der Abschreibungssätze nach sich zieht. Erstmals zum Tragen kommt das neue Modell im Budget 2017. «Dann werden wir das Finanzvermögen neu bewerten und – wenn nötig – Massnahmen ergreifen», erklärt Andreas Opprecht. Denn das Ziel des Gemeinderates sei es, den Aufwandüberschuss im Budget 2017 deutlich zu reduzieren.

Einbau von leeren Rohren

Die Sanierung der Kradolfstrasse durch den Kanton in den kommenden zwei Jahren löst bei den Werken der Gemeinde hohe Investitionskosten aus. Betroffen ist der Strassenabschnitt zwischen den Einlenkern Waldstrasse/Schöneggstrasse und Unteraustrasse. Laut Opprecht sollen die Bauarbeiten dazu genutzt werden, um dort im nächsten Jahr verschiedene Leitungsrohre zu ersetzen oder zu sanieren und an 32 Liegenschaften die Hausanschlüsse zu erneuern.

Mit 720 000 Franken schlagen die Wasserleitungen zu Buche. «Sie befinden sich seit rund 100 Jahren im Untergrund und müssen ersetzt werden», erklärt Opprecht. Die elektrischen Leitungen entsprächen ebenfalls nicht mehr dem heutigen Standard. Sie müssten ersetzt und mit leeren Rohren ergänzt werden. «Mit diesen Arbeiten und der Sanierung der Messstation Auwiesenstrasse kann das EW Sulgen die Industrie und die Haushalte mittelfristig einwandfrei beliefern», sagt der Gemeindepräsident.

Mehrere Dienstleister

866 000 Franken beträgt die Kostenschätzung für das Leitungsnetz in der Kradolfstrasse. Für die Sanierung der Messstation liegt ein Kreditantrag über 452 000 Franken vor. Die Abwasserrohre in der Kradolfstrasse müssen nicht komplett erneuert, dafür teilsaniert werden. Der Gemeinderat rechnet mit Kosten von 290 000 Franken.

Ausser der Gemeinde Sulgen nutzen auch andere Dienstleister die Strassensanierung, um ihre Netze zu erneuern: die Technischen Betriebe Weinfelden (Gas), die Telekabel Bischofszell (Kabelfernsehen) und die Swisscom (Telekommunikation).

Gemeindeversammlung: Montag, 23. November, 20.15 Uhr, Auholzsaal, Sulgen.

Andreas Opprecht Gemeindepräsident von Sulgen (Bild: Nana do Carmo)

Andreas Opprecht Gemeindepräsident von Sulgen (Bild: Nana do Carmo)