Das Herzstück steckt in der Erde

NEUKIRCH-EGNACH. Klein, praktisch und gesund: Der Egnacher Gärtner Viktor Gschwend hat einen Garten entwickelt, mit dem der Gemüseanbau ganz einfach auf einem Stadtbalkon funktioniert. Alles wird in einem Sack angepflanzt.

Michèle Vaterlaus
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Gesetzt werden verschiedene Gemüsearten wie Salate und Tomaten… (Bild: Nana do Carmo / TZ)

Gesetzt werden verschiedene Gemüsearten wie Salate und Tomaten… (Bild: Nana do Carmo / TZ)

Die Idee kam ihm, als ein Kunde mit einem aussergewöhnlichen Wunsch an ihn trat: «Er wollte, dass ich ihm den Balkon mit Gemüse bestücke», sagt Viktor Gschwend. Der Egnacher Gärtner schüttelte nur den Kopf. Terrassen und Balkone zu begrünen, das ist zwar sein tägliches Geschäft – aber doch nicht mit Gemüse. «Am Schluss sah das Ganze verdammt gut aus.» Da kam ihm der Gedanke: Wieso nicht allen einen kleinen Gemüsegarten auf dem Balkon ermöglichen? Schliesslich gebe es einen Trend zum Gartenbau in der Stadt und einen Trend zur gesunden Ernährung und Selbstversorgung – das Urban Gardening. So entstand der Sackgarten.

Für Junge konzipiert

In einem Sack aus einer Art Segeltuch oder auch Filz füllt Gschwend Erde. Darin pflanzt er Tomaten, Chili, Peperoni, Radieschen, Kohlrabi und einfach alles, was das Herz eines Urban Gardeners begehrt. Der Sack braucht nicht viel Platz, kann auf den Balkon gestellt werden und muss hin und wieder mit Wasser gegossen werden. Der Urban Gardener kann sich sein frisches Gemüse direkt vom Balkon holen. «Das ist sackgsund», sagt Gschwend. «Meine Zielgruppe waren eigentlich junge Leute, die in der ersten eigenen Wohnung ohne Garten, aber mit Balkon wohnen», sagt Gschwend und lacht. «Es interessieren sich aber vor allem Senioren für den Sackgarten.» Sie seien froh, wenn sie kleine Portionen von Gemüse und Salat für sich ernten können.

Geheimnis bleibt geheim

Es sei im Prinzip einfach, den Sackgarten selbst zu machen: «Man braucht einen Sack, Erde und Gemüse. Das ist alles», sagt Gschwend. Doch ein Geheimnis steckt in seinem Sackgarten. Es ist die Erde. «Ich habe ein Jahr lang getüftelt und eine Erde gemischt, die auf die Bedürfnisse von Gemüse abgestimmt ist», sagt er. Mehr will er dazu nicht verraten.

Seine Sackgärten kann man ab heute auch an der Offa bestaunen – für die Messe hat Gschwend mit seinem Team eine Sondershow auf die Beine gestellt.

…oder auch Auberginen. (Bilder: Nana do Carmo)

…oder auch Auberginen. (Bilder: Nana do Carmo)

…mit Peperoni, Basilikum und… (Bild: Nana do Carmo / TZ)

…mit Peperoni, Basilikum und… (Bild: Nana do Carmo / TZ)

Viktor Gschwend. (Bild: Nana do Carmo)

Viktor Gschwend. (Bild: Nana do Carmo)

…macht einen Sackgarten… (Bild: Nana do Carmo / TZ)

…macht einen Sackgarten… (Bild: Nana do Carmo / TZ)

…Radieschen. (Bild: Nana do Carmo / TZ)

…Radieschen. (Bild: Nana do Carmo / TZ)

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