«Das Herzstück der Gemeinde»

Der 100. Geburtstag des Schulhauses Sonnenberg wurde mit einem Musical der Primarschule Hefenhofen und einer Festwirtschaft gefeiert. Besonderes Interesse fand eine Fotoausstellung, in der sich ehemalige Schüler wiederfanden.

Hugo Berger
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Voller Leidenschaft: Anlässlich des Jubiläums führten die Primarschülerinnen und -schüler im Sonnenberg ein Musical auf. (Bild: Hugo Berger)

Voller Leidenschaft: Anlässlich des Jubiläums führten die Primarschülerinnen und -schüler im Sonnenberg ein Musical auf. (Bild: Hugo Berger)

Sonnenberg. «Sie haben es gewagt und gut daran getan», stand im «Amriswiler Anzeiger» vom 16. August 1910. Gemeint ist damit nicht der Bau des Schulhauses Sonnenberg, sondern dessen Einweihung. Denn trotz schlechter Wetterprognose bescherte Sankt Petrus den Veranstaltern damals «einen wunderschönen Nachmittag». Seinem Namen Ehre machte das Schulhaus auch am vergangenen Samstag, zeigte sich das Wetter bei der Feier zum 100. Geburtstag doch von der sonnigen Seite.

Bei einer Ausstellung in den Schulräumen konnten sich die ehemaligen Schülerinnen und Schüler auf Klassenfotos wiedererkennen und alte Erinnerungen austauschen. Der älteste der Gäste, Albert Gsell, trat 1925 in die Schule ein. Einen besonderen Bezug zum Schulhaus Sonnenberg hat auch Susanne Diethelm aus Amriswil. «Wenn ich die Schulräume betrete, tauchen gute Erinnerungen auf», erzählt sie.

Sie nahm in diesem schmucken Schulhaus 1957 ihre erste Stelle als Lehrerin an, und später besuchten ihre Kinder und ihre Enkelkinder hier den Unterricht.

Von Schliessung bedroht

«Gibt es einen schöneren Ort für ein Schulhaus?», fragte Schulpräsident Markus Mendelin die zahlreichen Besucherinnen und Besucher in der Mehrzweckhalle. Und schmunzelnd meinte er, das Gebäude sei eben mit «Weitblick» gebaut worden.

Dennoch sei das Schulhaus Sonnenberg wegen der sinkenden Schülerzahl von der Schliessung bedroht gewesen, erinnerte der Schulpräsident. Der Zusammenschluss zur Volksschulgemeinde Amriswil-Hefenhofen-Sommeri vor zwei Jahren sei ein Akt der Vernunft gewesen, wie sich heute bestätige. Eine Sanierung in ein bis zwei Jahren trage dazu bei, dass das Schulhaus Sonnenberg auch die nächsten 100 Jahre überstehe.

Hefenhofens Gemeindeammann Priska Schwarz bezeichnete das Schulhaus Sonnenberg und die Mehrzweckhalle als «Herzstück der Gemeinde». Diese Zentrumsfunktion werde durch den geplanten Bau eines neuen Gemeindehauses noch unterstrichen.

Turnen im Schnee

Wie vielseitig das Schulhaus Sonnenberg vor dem Bau der Mehrzweckhalle benutzt wurde, wusste Heinz Wüthrich zu erzählen, der von 1962 bis 1972 als Lehrer tätig war: «Im Unterrichtszimmer wurden die Gemeinde- und Schulgemeindeversammlungen

abgehalten, das Nähzimmer diente dem Gemeinderat als Sitzungszimmer und den Sängern als Probelokal, ausserdem fand dort die Mütterberatung statt.» In der Lehrerwohnung sei er sich damals vorgekommen wie ein Schlossherr, erzählte der ehemalige Lehrer und fügte schmunzelnd bei: «Allerdings musste der Schlossherr zum Heizen zehn Tonnen Kohle die Treppe hochschleppen». Staunen mögen die heutigen Schüler über die damaligen Turnstunden, die auch bei Kälte und hohem Schnee im Freien abgehalten wurden.

So erinnerte sich Wüthrich, wie ein Wettrennen auf dem schneeverwehten Pausenplatz für die Turnenden zur Strapaze wurde. Als Belohnung durften die Schülerinnen und Schüler für einmal unartig sein und ihren Lehrer mit Schneebällen bewerfen.

Viel Applaus erntete am Samstag das Musical «D'Schildbürger», welches die Primarschule Hefenhofen mit Einsatz und Begeisterung aufführte.

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