Das Herz in der Stimme

Bam nennt sich der gebürtige Mosambikaner aus Weinfelden. Rap soll ihn berühmt machen. Seit sechs Jahren bereitet er sich auf den ersten Event vor. Im eigenen Studio, mit eigener Musik und eigenen Texten.

Basil Höneisen
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Die Musik im Ohr, den Text im Kopf: Rapper Bam bereitet sich in seinem Studio auf den ersten Auftritt vor Publikum vor. (Bild: Basil Höneisen)

Die Musik im Ohr, den Text im Kopf: Rapper Bam bereitet sich in seinem Studio auf den ersten Auftritt vor Publikum vor. (Bild: Basil Höneisen)

WEINFELDEN. Eines Tages auf einer grossen Bühne vor Tausenden von Leuten stehen. Eines Tages kreischenden Fans Autogramme geben. Eines Tages die Hand vor das Gesicht halten, um sich vor den vielen Blitzen der Kameras zu schützen. Ein Traumleben, das sich viele junge Musiker erhoffen. Bam ist einer von ihnen.

Dynamisch, selbstbewusst und mit grossartiger Ausstrahlung überzeugt der 25jährige Mosambikaner auf den ersten Blick. Der fellige Kapuzenpullover, das Cap und die überbreiten Hosen passen ihm irgendwie wie angegossen. So ist es ein leichtes Spiel, Bams bevorzugte Musikrichtung herauszufinden. «Ich liebe Rap. Das ist mein Ding». Wenn man Bams richtigen Namen hört, stellt man sich eher einen exotischen Dichter als einen Rapper vor: Edson Albam Lidimba wurde er getauft. Seinen Künstlernamen bekam er in Mosambik. «Meine Freunde nannten mich alle nur Bam. Das ist eine Abkürzung für Albam.» Mit 15 Jahren ist Bam in die Schweiz gezogen. Er folgte seinem Vater, der das Land wegen einer Schweizerin verliess und sie hier geheiratet hat.

Stimmung beeinflusst die Songs

«Meine Texte sollen inspirieren», sagt der Rapper, «die Songtexte kommen aus meinem Herzen.» Er schreibe so, wie seine Stimmung sei. Ist er traurig, gäbe es mehr Melancholie im Text. Ist er fröhlich, spüre man eine positive Energie, sagt Bam. «Ich rappe nicht nur über ein Thema. Zum Teil geht es um meine Herkunft, teils um Freundschaft oder gesellschaftliche Probleme». Das, was ihn gerade beschäftige, verarbeite er in den Texten. Eine Art Schreibtherapie. Schreiben tue er viel. Das zeigt sich im Studio. Der Boden ist übersät mit handgeschriebenen Blättern. Gerappt wird auf Englisch. Das könne er am besten. «Ich spreche fünf Sprachen, aber alle nur so 50 Prozent», sagt er mit starkem Akzent.

Qualität im eigenen Studio

Bam rappt seine eigenen Texte zu eigens produzierten Beats. Marco Vetterli, Bams Produzent aus Altnau, ist für die Musik verantwortlich. «Qualität soll unsere Musik auszeichnen», sagt Vetterli. Er liefert Bam die satten elektronischen Klänge, unterlegt mit wuchtigen Beats. Seit sechs Jahren bauen sie ihr eigenes Studio in Bischofszell unter dem Namen Suimosa auf. «Wir haben schon unendlich viel Zeit und Geld ins Studio investiert», sagt Bam, der als Metallbauer in Weinfelden arbeitet. «Künftig sollen auch andere Musiker bei uns produzieren können.»

Bereit für die Bühne

Nun, nach sechs Jahren Vorbereitung, ist die Crew bereit für die Bühne. «Ich bin überzeugt, dass wir den Leuten Rap mit Qualität bieten können», sagt Bam. Für das Foto rappt er einen seiner Songs vor. Er scheint völlig in seinem Element zu sein. Als die Musik stoppt, rappt er einfach weiter. Eines Tages auf einer grossen Bühne stehen. Eines Tages ein Star sein. Das ist Bams Traum.

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