Das Hämmern hat ein Ende

Zehn Tage lang stört ein extrem lautes Geräusch die Anwohner der Untersee- und Finkernstrasse. Es stammt von einem Freifallhammer, der Betonpfähle in den Boden rammt. Ihr Glück: Die Arbeiten sind seit gestern beendet.

Gloria Karthan
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Das Protestbanner hängt seit zehn Tagen an der Unterseestrasse 9. (Bild: Gloria Karthan)

Das Protestbanner hängt seit zehn Tagen an der Unterseestrasse 9. (Bild: Gloria Karthan)

KREUZLINGEN. Elisa Scheibel ist froh. «Da ich pensioniert bin, hörte ich das laute Hämmern den ganzen Tag über. Zum Glück ist das jetzt vorbei.» Ihre Ruhe wurde durch eine Baustelle vis-à-vis gestört. An der Einfahrt von der Unterseestrasse zur Finkernstrasse wird ein sechsstöckiges Mehrfamilienhaus gebaut. Aufgrund der Bodenbeschaffenheit muss der Boden vorher mit Hilfe eines hydraulischen Freifallhammers fundiert werden.

Das Pfählen verursacht einen aufdringlichen, monotonen Ton, der viele Anwohner der Parzelle seit Tagen stört. An der Unterseestrasse 9 haben Mieter vor einer Woche ein Banner aufgehängt. Darauf steht: «Protest gegen den Hammer.»

Das Banner kann jetzt weg

Seit gestern Mittag sind die Arbeiten beendet, wie Architekt Mirco Miller von der Hasen-Miller AG in Kreuzlingen bestätigt. Er reagierte äusserst überrascht, als er von dem Banner am gegenüberliegenden Wohnblock hörte: «Es tut mir natürlich ausgesprochen leid für die Anwohner, deren Ruhe durch das Hämmern gestört wurde.» Um Lärmemissionen vorzubeugen, wählte man einen schallgeschützten Freifallhammer und Pfähle mit kleinerem Querschnitt als veranschlagt. Ganz vermeiden könne man den Lärm jedoch generell nicht. Die Bewohner der Unterseestrasse freuen sich, dass der Lärm nun ein Ende hat. Eine Frau, die das Banner vergangene Woche anbrachte, sagt: «Das Schlimmste war das Echo des Hämmerns, das man die ganze Strasse runter hörte.» Sie ist froh, dass man das Banner jetzt wieder abhängen kann.

Hämmern keine Seltenheit

Viele Anwohner beäugten den Freifallhammer kritisch und sagten, sie hätten noch nie eine solche Maschine gesehen, geschweige denn gehört. Laut Miller ist pfählen, besonders in Kreuzlingen, allerdings keine Seltenheit. «In den letzten Monaten wurde für mehrere Bauvorhaben in Kreuzlingen gepfählt. Unter anderem für den Reifenspediteur beim Autobahnzoll oder die Landi. Grund dafür ist die schlechte Bodenbeschaffenheit der Region.

Die Pfähle sollen die Stabilität des Baus gewährleisten. Insgesamt wurden 117 Pfähle zwischen sieben und zehn Metern Länge eingebracht. Die Betonpfähle wurden während zehn Tagen zwischen 7.30 Uhr und 16 Uhr mit Rücksicht auf die Mittagsruhe von oben in den Boden geschlagen.

Je tiefer man die Pfähle rammt, desto härter wird der Untergrund und desto lauter wird das Geräusch. Deshalb wartete man den Regen ab, der den Boden aufweichen sollte und das Pfählen damit etwas leiser machte.

Der Freifallhammer. (Bild: Gloria Karthan)

Der Freifallhammer. (Bild: Gloria Karthan)

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