Das grosse Ziel rückt näher

BISCHOFSZELL. Die Umbau- und Renovationsarbeiten im künftigen Haus der Musik schreiten voran. Der Stiftungsrat will das Gebäude zu einem kulturellen Wahrzeichen von Bischofszell machen. Es soll eine Heimstätte für alle Musikliebhaber werden.

Georg Stelzner
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Auf dem Rundgang durch das Haus sind Josef Mattle, Uwe Moor, Verena Weber und Regula Etter im künftigen Saal angekommen. (Bilder: Reto Martin)

Auf dem Rundgang durch das Haus sind Josef Mattle, Uwe Moor, Verena Weber und Regula Etter im künftigen Saal angekommen. (Bilder: Reto Martin)

«Wir sind zuversichtlich, dass das Projekt unseren Vorstellungen entsprechend realisiert werden kann», sagt Uwe Moor nach der Sitzung des Stiftungsrates am Donnerstag. Als Präsident der Baukommission bekommt er jeden Schritt auf dem Weg zum grossen Ziel, der Eröffnung des Hauses der Musik, hautnah mit. Die Vorbereitungen seien aufwendig gewesen, erzählt Moor. Insbesondere habe man das Haus im Hinblick auf mögliche Mängel und Schäden akribisch untersuchen müssen. «Nachdem der Pilzbefall eliminiert ist, erwarte ich keine negativen Überraschungen mehr», ist der Baukommissionspräsident zuversichtlich.

Neun Zimmer und ein Saal

Die Dimensionen der Renovation werden ersichtlich, wenn man ins Innere des 1863 errichteten Gebäudes tritt. Es ist praktisch nur noch das Skelett vorhanden. Wände, Böden und Decken werden bearbeitet und erneuert. «Für unsere Bedürfnisse ist es besonders wichtig, dass die Akustik in den Räumen gut ist», betont Musiklehrerin Regula Etter. Sie gehört ebenfalls dem Stiftungsrat an und war früher Leiterin der Jugendmusikschule Bischofszell und Umgebung.

Das Raumprogramm sieht auf vier Etagen neun Zimmer sowie einen kleinen Saal für den Ensemble- und Gruppenunterricht vor. Die Jugendmusikschule Bischofszell und Umgebung wird damit erstmals in ihrer Geschichte einen zentralen Standort mit guter Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel haben. «Ein grosser Vorteil wird sein, dass der mühsame Transport der Klaviere wegfallen wird», freut sich Verena Weber, die heutige Musikschulleiterin.

Finanzierung ist gesichert

Der schnelle Baufortschritt ist darauf zurückzuführen, dass eine reine Holzkonstruktion zur Ausführung gelangt. Moor lobt die Zusammenarbeit mit der kommunalen Ortsbildkommission und der kantonalen Denkmalpflege. Erfreulich sei auch, dass man die meisten Arbeiten an Firmen aus Bischofszell und Umgebung habe vergeben können. «Die Handwerker sind qualifiziert und haben Freude an ihrer Arbeit. Man spürt, dass sie mitdenken und sich mit dem Projekt identifizieren», sagt Moor, der von einer Fertigstellung bis Ende Juni 2015 ausgeht.

Stiftungsratspräsident Josef Mattle betont, dass mit dem Baubeginn zugewartet worden sei, bis die Finanzierung sichergestellt war. Gemäss Kostenvoranschlag wird mit einem Aufwand von 2,4 Mio. Franken gerechnet. Davon sind 250 000 Franken über ein Darlehen zu finanzieren. Mattle ist erfreut, dass die Skepsis gegenüber dem Bauvorhaben nachlässt. So habe ausser Bischofszell eine weitere Gemeinde zugesagt, sich an den Kosten zu beteiligen. «Ich hoffe, dass weitere Gemeinden in der Region diesem Beispiel folgen, zumal das Haus der Musik der jungen Generation eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung bieten wird», sagt der Stiftungsratspräsident. Auch weitere Sponsorengelder seien willkommen.

Einweihung im August 2015

Der Terminplan sieht vor, dass die Jugendmusikschule Anfang Juli 2015 beginnen kann, sich im Haus der Musik an der Steigstrasse einzurichten. «Die Einweihung soll am Samstag, 8. August, erfolgen», kündigt Verena Weber an. Die Bevölkerung werde Gelegenheit erhalten, das umgebaute und sanierte Gebäude im Rahmen eines Tages der offenen Tür zu besichtigen.

Das ehemalige Bischofszeller Sekundarschulhaus an der Ecke Steigstrasse/Espenstrasse wird zum Haus der Musik. (Bild: Reto Martin (Reto Martin))

Das ehemalige Bischofszeller Sekundarschulhaus an der Ecke Steigstrasse/Espenstrasse wird zum Haus der Musik. (Bild: Reto Martin (Reto Martin))

Drei Handwerker verlegen im Dachgeschoss des denkmalgeschützten Gebäudes einen neuen Holzboden. (Bild: Reto Martin (Reto Martin))

Drei Handwerker verlegen im Dachgeschoss des denkmalgeschützten Gebäudes einen neuen Holzboden. (Bild: Reto Martin (Reto Martin))

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