Das Geld soll keine Rolle spielen

ROMANSHORN. Seit drei Wochen existiert in Sirnach eine Einheitsgemeinde. Die Romanshorner FDP lud am Montag zum Infoabend ein, um zu eruieren, ob der Weg, den die Hinterthurgauer eingeschlagen haben, auch für Romanshorn gangbar wäre.

Christof Lampart
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FDP-Präsident Arno Germann im Gespräch mit Urs Schrepfer, Gemeinderat von Sirnach, und Kurt Baumann, Gemeindeammann von Sirnach. (Bild: Christof Lampart)

FDP-Präsident Arno Germann im Gespräch mit Urs Schrepfer, Gemeinderat von Sirnach, und Kurt Baumann, Gemeindeammann von Sirnach. (Bild: Christof Lampart)

Sie sehen sich nicht als Wanderprediger. Sie sind einfach diejenigen, die es als erste im Kanton getan haben. Kurt Baumann, Sirnacher Gemeindeammann, und Urs Schrepfer, ehemaliger Sirnacher Schulpräsident, referierten am Montagabend bei der FDP Romanshorn über die Einheitsgemeinde.

22 Frauen und Männer waren der Einladung der Partei gefolgt, um sich über eine Einheitsgemeinde zu informieren. FDP-Präsident Arno Germann sagte einleitend, dass es darum gehe, in Romanshorn eine Diskussion über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Schulorganisationsformen in Gang zu setzen.

Deckungsgleiche Gebiete

Seit dem 1. Januar sind die Politische Gemeinde und die Schulgemeinde in Sirnach unter einem Dach als Einheitsgemeinde organisiert. Entscheidend für den in Sirnach reibungslos verlaufenen Vereinigungsprozess sei gewesen, dass er aus einer inneren Einsicht und nicht aufgrund einer aktuellen Notlage erfolgt sei. «Wir sahen grosse Synergiepotenziale, waren doch Schule und Gemeinde vom Gebiet her deckungsgleich und hatten bis anhin viele Projekte gemeinsam finanziert», sagte Urs Schrepfer. Dass beide Partner «absolut auf Augenhöhe» agieren konnten, sei ein Vorteil gewesen.

Schulkommission hat das Sagen

Dass er heute kein Schulpräsident, sondern «nur» noch Präsident der Schulkommission im Gemeinderat sei, könne er verschmerzen, denn «es ging mir immer darum, eine gute Schule zu gewährleisten, und nicht um persönliche Eitelkeiten». Die in Sirnach nur von wenigen geäusserte Befürchtung, die Schulbehörde könnte nach der Fusion nur noch ein Wasserträger der Gemeinde sein, empfand Schrepfer als «absurd», denn in pädagogischen Fragen habe die Schulkommission nach wie vor das Sagen. Da sei die Einführung von Schulleitern ein viel entscheidenderer Schritt gewesen, da die Behörden damals viel an operativer Leitung abgegeben hätten, führte er weiter aus. Schrepfer ist bis heute beruflich als Schulleiter tätig.

Ein schöner Nebeneffekt

In finanziellen Dingen sei man nun zusammen – und das sei gut so. «Wir müssen nur noch ein Budget und eine Rechnung machen, die Geldströme sind transparenter ausgewiesen und die Einsparungen, die in allen Bereichen – von der Beschaffung des Büromaterials bis hin zum Liegenschaftenunterhalt – gemacht werden können, sind beträchtlich», zählte Schrepfer einige Vorteile auf. Es sei aber wichtig, dass die Fusion von den Behörden keineswegs aufgegleist worden sei, um Geld zu sparen. «Unser Ziel war es, die Strukturen zu verschlanken und die Prozesse zu vereinfachen. Dass wir jetzt so weit sind, dass wir Geld sparen, war nicht vorgesehen, doch wir nehmen diesen Effekt gerne mit.»