Das Filetstück auszonen, und doch kein Geld vernichten

BOTTIGHOFEN. «Das Schlösslizelg ist lange brach gelegen», stellte Cathrin Hasler fest. Es werde Zeit, darüber zu reden, wie es hier weitergehen soll. Die Präsidentin der Bürgerlichen Vereinigung Bottighofen begrüsste am Mittwoch viele Bürger zur Infoveranstaltung.

Urs Brüschweiler
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BOTTIGHOFEN. «Das Schlösslizelg ist lange brach gelegen», stellte Cathrin Hasler fest. Es werde Zeit, darüber zu reden, wie es hier weitergehen soll. Die Präsidentin der Bürgerlichen Vereinigung Bottighofen begrüsste am Mittwoch viele Bürger zur Infoveranstaltung. Man wollte mit der Gemeinde diskutieren, was nach Ablauf des Baumoratoriums 2019 mit dem «Filetstück»-Bauland passieren soll. Rainer Sigrist, Vorstandsmitglied der Bürgerlichen, erklärte die Ausgangslage. Etwa 80 Wohnungen könnten auf den 14 000 Quadratmetern realisiert werden. Das Land habe sich seit dem Kauf im Jahr 2000 im Wert etwa verdoppelt. «Zehn Millionen oder mehr», schätzt Sigrist.

Sechs Varianten für die Zukunft

Die Bürgerliche Vereinigung hat sich dazu Gedanken gemacht. Sigrist stellte sechs Varianten vor. Diese gingen von Verlängerung des Moratoriums über die Auszonung bei totalem Wertverlust bis zur Vorbereitung des Verkaufs zur Überbauung. Gemeindeammann Urs Siegfried ergänzte diese Ausführungen in der Folge um die Haltung des Gemeinderats beziehungsweise der Ortsplanungskommission, welche sich aktuell mit dieser Frage beschäftigt. Wenn man das Land zur Überbauung verkaufen wolle, stellten sich einige kritische Fragen. «Die Erschliessung ist nicht einfach zu lösen», meinte er. Und auch bei der Parkierung gäbe es einige Hürden zu nehmen. «Das mit Abstand grösste Problem wären aber die Lärmimmissionen von der Badi Röösli. Das könnte ein «K.-o.-Kriterium» sein», sagte der Gemeindeammann. Die Gemeinde geht explizit nicht davon aus, dass Wohnungen und der Badilärm unter einen Hut zu bringen sind. Eine Absicherung gegen Reklamationen oder Klagen von Anwohnern gebe es nicht. Sollten Wohnungen gebaut werden, bedeute das, die Badi gehe zu. «Das oberste Gebot der Kommission ist aber, die Badi zu sichern.»

Zur Sicherung der Badi

Eine Freihaltung des Schlösslizelg hingegen hätte einen kompletten Wertverlust zur Folge. Deshalb schlägt die Gemeinde eine andere Variante vor, was mit dem Land passieren soll. Die Hälfte des Landes soll öffentliche Zone werden – zur einstigen Infrastrukturerweiterung der Badi –, die andere Hälfte eine Freihaltezone. Um den Wert für die Gemeinde zu erhalten, könne die Gemeinde dafür andernorts im Dorf ein adäquates Stück Landwirtschaftsland kaufen und einzonen lassen. Dies erlaube das Raumplanungsamt.

Keine direkte Opposition

In der anschliessenden Diskussion zeigte sich, dass es nach wie vor unterschiedliche Vorstellungen im Dorf gibt. Einige wollten den «grünen Fleck» unbedingt erhalten, andere wollen keine «Blumenwiese für 5 Millionen». Direkt gegen diese TauschVariante opponierte jedoch niemand.