Das Feuer lodert immer noch

AMRISWIL. Zum 35-Jahr-Jubiläum hat die Glöggli-Clique ihre ehemaligen Mitglieder aufgefordert, mit den Aktiven aufzutreten. Rund 100 Personen werden am kommenden Freitag gemeinsam musizieren. Am Montag wurde geprobt.

Maya Mussilier
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Die Bühne ist voll: Am Freitag treten ehemalige und aktive Glögglis zusammen im Pentorama auf. (Bild: Maya Mussilier)

Die Bühne ist voll: Am Freitag treten ehemalige und aktive Glögglis zusammen im Pentorama auf. (Bild: Maya Mussilier)

Ein Zusammentreffen der besonderen Art ist es. Viele haben sich lange nicht gesehen. Hände werden geschüttelt, Umarmungen und Küsschen ausgetauscht. Fast wie bei einem Volksfest mutet die Situation am Montagabend im Pentorama an. Im Nebenraum der Bühne stehen einige ehemalige Glöggli-Mitglieder und warten auf das für sie bereitliegende Instrument. Chläus Roth hat den Gurt um die Schulter gelegt und ist bereit, seine Basler Trommel anzuhängen. Ein prüfender Griff – zum spielen fehlen ihm noch die Schläger, die üblicherweise in den Schlaufen des Gürtels hängen.

«Happy Birthday» bricht das Eis

Ein lauter Pfiff beendet das Geplauder und Gelächter. Jeder – auch von den Ehemaligen – weiss, dass er jetzt zuzuhören hat. Obergugger Christoph Huser fordert zum Nähertreten auf, damit er seine Stimme etwas schonen kann. Trotzdem heisst es «Ohren spitzen», damit man genau versteht, was jetzt gerade geplant ist. Der musikalische Einstieg in den Probeabend soll das «Happy Birthday» sein. Zögerlich zuerst, dann immer voller stimmen alle mit ein. Das Eis ist definitiv gebrochen. Auch wer schon länger kein Instrument mehr in den Händen hatte, bläst mit.

Ordnung muss sein

Damit schliesslich jeder seinen Platz findet, fordert Christoph Huser die Aktiven auf, sich in gewohnter Manier auf der Bühne aufzustellen. Die Ehemaligen können dann im richtigen Register ihren Platz einnehmen. Der erste Versuch hat gut geklappt, und am Freitag wird es dann genauso gemacht.

«Nur drei Stückli haben wir rausgesucht, damit wir dann auch dem Leitsatz unserer Gugge, nämlich der Pflege der Geselligkeit, genügend nachkommen können», ruft Christoph Huser. Lange überlegt und in den alten Liedern gekramt hätten sie und nun stehe fest, welche Lieder gemeinsam gespielt würden. Gespannt warten alle auf die Ansage der Titel. Die Ehemaligen-Aktiven-Glöggli-Clique wird die Ohrwürmer «Alice» und «New York» zusammen spielen und natürlich gehört der Guggenmarsch zum Programm der über 100 Mann starken Guggenmusik. Jetzt will es Christoph Huser wissen: Wie gross ist das Volumen, wenn ihm so viele Instrumente gegenüberstehen? Der Lautstärketest befriedigt ihn noch nicht und er fordert auf, alles zu geben. Zweimal, dreimal, dann passt's. Und schon die ersten Scherze: «Häsch no Aasatz?», was rundherum mit Gelächter quittiert wird.

«Bekomme Hühnerhaut»

Dann kehrt «Alice» auf die Glöggli-Bühne zurück und mit ihr Bewegung und glückliche Gesichter. Das Feuer für die Guggenmusik lodert noch immer. «Wenn ich die Glöggli-Clique irgendwo höre, bekomme ich immer Hühnerhaut», sagt einer der Ehemaligen zu seinem Kollegen.

Alle sind mit Feuereifer dabei: Keine Frage, sie sind für den Freitag bereit, wenn die Amriswiler Guggenmusik anlässlich ihres 35-Jahr-Jubiläums am kommenden Freitag ab 20 Uhr zur CD-Taufe ins Pentorama einlädt. Ein Anlass, der sich kein Guggenfan, entgehen lassen sollte.