Das etwas andere Krippenspiel

Eine engagierte Dirigentin, über 50 Sängerinnen und Sänger, zwei Jodlerinnen und ein Musiker: Das sind die Zutaten für das Erfolgsrezept der St. Johanner Weihnacht in Wigoltingen.

Manuela Olgiati
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Männerchor, Projektchor und Appenzeller Musik beim Auftritt. (Bild: Manuela Olgiati)

Männerchor, Projektchor und Appenzeller Musik beim Auftritt. (Bild: Manuela Olgiati)

WIGOLTINGEN. Kontrabass und Cello, Hackbrett und Violinen – und alle Werke der original Appenzeller Streichmusik Kalöi zum gleichen Thema: Weihnachten. Dazu die Erzählungen zum Weihnachtskreis, zum Lobgesang von Maria, den Hirten, Königen und zur Geburt des Jesuskindes. Die Freude an der Musik und an den Klängen, im Singen und Spielen, bringt die Zuhörer ganz nah an das Weihnachtsfest heran.

Der Jodel passt wunderbar

Die sennische Weihnachtsmusik zog am Freitag das Publikum in grosser Zahl in die evangelische Kirche. Am Samstag folgte eine weitere Aufführung.

Die sennische Weihnachtsgeschichte verbindet sakrale Musik mit Naturjodelmelodien. Begonnen wurde die St. Johanner Weihnacht durch die melancholischen Klänge des instrumentalen Weihnachtsjodels. Unter der musikalischen Leitung von Dirigentin Barbara Laager rüttelt der Gesamtchor mit dem Lied «D'Mensche im Finschtere» auf. Komponist Peter Roth aus dem Toggenburg bringt die Volksmusik, das Jodeln, das Hackbrett mit der klassischen Kirchenmusik in der «St. Johanner Wienacht» auf wunderbare Weise zusammen. Das Krippenspiel wird in zehn Liedern und den gelesenen Texten lebendig.

Erzähler in der Wigoltinger Kirche ist Pfarrer Lars Heynen. Im Mittelpunkt der St. Johanner ist das Licht und das Göttliche, das durch das Kind erscheint, mit dem Aufruf zum Teilen.

Hinsehen und hinhören

«Ave Maria», stimmt der Chor ein, anschliessend an die Worte des Pfarrers, der vom Engel spricht, der Maria eine Geburt ankündigt. Der Chor zelebriert auch das Lied von Zacharias. Die Solistinnen Cäcilia Mauchle und Katrin Breitenmoser untermalen viele Lieder mit ihren schönen Naturjodelstimmen. Die Geburt des Heilands wird im Gesang der Engel im «Gloria» verkündet. Von der Umzäunung der Hirtenweide erzählt Lars Heynen weiter. Plötzlich sind alle Grenzen weit offen. Es folgen der Jodel der Hirten, der Gesang der Könige und das Trostlied, das die Flucht vor dem König Herodes beschreibt. Das Schlusslied über das Teilen passt sehr gut in die heutige Zeit. Der langanhaltende Applaus seitens der Zuschauer ist Zeichen des Dankes. Unausgesprochen bleibt das Gefühl, dass man mit anderen Menschen ein spezielles Erlebnis teilen durfte.

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