«Das <Egelsee> ist nicht marode»

KREUZLINGEN. Der Kreuzlinger Schulpräsident Jürg Schenkel betont, dass sich das Thermalbad Egelsee in einem guten Zustand befindet. Die Stadt übernehme keinen Sanierungsfall.

Martina Eggenberger Lenz
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Jürg Schenkel vor dem Schulpräsidium in Kreuzlingen. (Archivbild: Nana do Carmo)

Jürg Schenkel vor dem Schulpräsidium in Kreuzlingen. (Archivbild: Nana do Carmo)

Herr Schenkel, vergangene Woche wurde publik, dass die Stadt im Zusammenhang mit der Schwimmhallen-Planung mit einem erhöhten Sanierungsbedarf des Thermalbades Egelsee rechnet. Können Sie das nachvollziehen?

Jürg Schenkel: Nun, ich wurde bereits verschiedentlich darauf angesprochen, ob denn der Zustand des Thermalbades wirklich so schlecht sei. Ich kann dazu nur sagen, dass die Schule 2009 eine umfassende Studie von einer anerkannten Firma erstellen liess. Diese zeigte für Haustechnik und Bad einen Massnahmenkatalog und Investitionsplan für die nächsten zehn Jahre auf. Gemäss der Studie würde sich der Finanzbedarf für die Sanierung auf 200 000 bis 300 000 Franken jährlich belaufen. Das entspricht auch in etwa dem, was wir in den letzten Jahren investiert haben.

Was genau wurde denn in den letzten Jahren am Schwimmbad saniert?

Schenkel: Der Garderoben- und Eingangsbereich wurde erneuert, die Fensterfront ausgewechselt und das Kinderschwimmbecken neu gestaltet. Bei der Technik haben wir teilweise eine neue Filteranlage in Betrieb genommen. Seit die Pläne der Stadt bekannt sind, die Schwimmhalle am Thermalbad anzudocken, haben wir uns bewusst zurück- gehalten, weil wir ja nicht wissen, was genau die Stadt vorhat. Wir haben ihr unsere Studie aber natürlich zur Verfügung gestellt.

Es könnte der Eindruck entstanden sein, dass die Schule notwendige Investitionen auf die lange Bank geschoben hat. Ist da etwas dran?

Schenkel: Wir hinterlassen der Stadt sicher kein marodes Bad! Obwohl es nicht zu den Aufgaben einer Schulgemeinde gehört, ein Hallenbad zu führen, waren die Verantwortlichen darauf bedacht, das Thermalbad etappenweise zu erneuern und den notwendigen Unterhalt sicherzustellen. Immer in einem bescheidenen, gesunden Rahmen.

Wie meinen Sie das? Können Sie ein Beispiel für diese Bescheidenheit nennen?

Schenkel: Zum Beispiel die Rutschbahn. Wir haben damals Offerten von Spezialfirmen eingeholt. Die Modelle waren uns aber alle zu teuer. Also haben wir uns für eine Eigenproduktion entschieden und auf diese Weise rund 100 000 Franken gespart. Ich gebe zu, rein optisch hätte es sicher schönere Varianten gegeben. Aber die Rutschbahn erfüllt ihren Zweck.

Wie erklären Sie sich denn den erhöhten Sanierungsbedarf, den die neuste Analyse der Stadt anscheinend ergeben hat? Die Rede ist ja von mehreren Millionen Franken?

Schenkel: Dazu kann ich nichts sagen. Das Projekt Schwimmhalle wird ausschliesslich von der Stadt bearbeitet. Unser Chefbademeister hat hierbei nur die gewünschte und notwendige Unterstützung geleistet. Ich nehme an, dass einige zusätzlichen Massnahmen im Zuge des möglichen Neubaus sinnvollerweise umgesetzt werden sollen. Aber das ist nur eine Vermutung.

Die Zahlen, auf die Sie sich beziehen, geben Auskunft über den Zeitraum bis 2019. Könnte es sein, dass danach erst die teuren Sanierungen anstehen?

Schenkel: Es ist sicher so, dass die Zahlen anders aussehen würden, wenn man einen längeren Zeitraum betrachtet. Ich sehe aber heute nichts Grösseres, was nach 2019 auftauchen könnte.

Die Schwimmhalle soll im Betrieb jährlich über eine Million Franken kosten. Was kostet das Thermalbad Egelsee die Schule Kreuzlingen eigentlich?

Schenkel: Die Primarschule bezahlt jährlich einen Beitrag von 150 000 Franken. Die Betriebskosten belaufen sich auf 250 000 Franken. Der Verlust beträgt rund 150 000 Franken. Wir reden hier von Gesamtkosten im Bereich von einem Steuerprozent.

Ihr Fazit: Ist das Thermalbad in einem guten Zustand?

Schenkel: Das Bad hat 40 Jahre auf dem Buckel, es wurde damals für etwa zwei Millionen Franken gebaut. Es wäre sicher vermessen, zu behaupten, dass das «Egelsee» dem heutigen Standard in der Bäderlandschaft entspricht. Aber funktionell erfüllt es die Anforderungen eines bescheidenen Familien- und Sporthallenbades.

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