Das Dilemma ist perfekt

Der Souverän hat entschieden, doch entschieden ist damit noch nichts. Denn dafür hätten auch die Schulbürger von Götighofen der Bildung einer Volksschulgemeinde zustimmen müssen – so wie es an den ausserordentlichen Schulgemeindeversammlungen in Kradolf und Sulgen geschehen ist.

Georg Stelzner
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Der Ball liegt nun beim Thurgauer Regierungsrat, der die Weichen stellen muss. Schon jetzt steht fest: Er wird mit seiner Entscheidung – wie auch immer sie ausfallen mag – für Frustration sorgen. Die Frage ist nur, in welchem Lager.

Die Götighofer Schulbehörde pocht darauf, dass das klare Nein zur Volksschulgemeinde in Frauenfeld respektiert und nicht ins Gegenteil verkehrt wird. Gute Argumente hat man aber auch in den wesentlich grösseren Primarschulgemeinden Schönenberg-Kradolf und Sulgen. Dort verweist man auf die nicht minder deutliche Zustimmung zur Volksschul- gemeinde. Der Regierungsrat sieht sich mit einer äusserstheiklen Situation konfrontiert. Er hat die Kompetenz, die Bildung einer Volksschulgemeinde unter Einschluss Götighofens anzuordnen. Ob das demokratiepolitisch klug wäre, ist aber eine andere Frage.

Georg Stelzner

georg.stelzner@thurgauerzeitung.ch